Pressesplitter


Opfer der Technophobie
Wir brauchen noch viel mehr Verbote!
Es zählen nur Fakten
Neuester Stand: keine Gefahr
Die Angstmache geht um
Panikmache schürt Ängste
"Antennenphobie" contra Fortschritt
Mobilfunkaktion ist kontraproduktiv
Selbst ernannter Experte schürt Hysterie
"Made in Germany" madig gemacht
Arbeitskreis Mobilfunk geht übers Ziel hinaus
Gesundheitsprobleme durch Mobilfunk
Ansage
"Funkmast-Kasperltheater" flächendeckend
"Wie tief sind wir gesunken?"
Angst machende Propaganda
Alle Gewalt geht vom Handy aus
Wo sind die Telefon-Versehrten
Unverantwortlich und hysterisch
Widerstand gegen Wellen
Laute Minderheit
ÖDP-Initiative ist gescheitert
"Dr. Eger ist ein Irreführer, der sich nur vor Laienpublikum wagt"
Das ist purer Populismus
Angst macht krank
Willkommenes Feindbild?
Mobilfunk auch vom Kirchturm?
Wenig Sachwissen
Lächerliche Sendeleistung
Von Mobilfunk-Diskussion nicht verrückt machen lassen
Objektivität vermisst
Unwissenschaftliche Panikmache
Es fehlt an Substanz
Nicht jedem "Verwirrspiel" Glauben schenken
Spiel mit der Angst
Sachverstand contra Elektrosmog-Hysterie
Verlogene Diskussion um Handymasten im Berchtesgadener Land
Wirkmechanismus belegen
Es wird nur die Angst geschürt
Elektrosmog: Falscher Zauber unter dem Namen der Charité
Ein unmöglicher Beweis; Grundsatz-Urteil zum Mobilfunk
Von Mobilfunk und Betonwerken
Jeder hat ein Handy, keiner will Mobilfunk
Hightech in der Diskussion: Zu viel, zu wenig oder besser gar nicht?
Rundfunk arbeitet mit höherer Leistung
Panik erzeugen?
Niedrigere Grenzwerte - mehr Antennenmasten
Hat Gemeinde zu viel Geld? "Mobilfunkgegner setzen Geschäftsleuten zu"
Das Schweigen der Kitzinger; Kommentar zur Mobilfunk-Debatte
Freuen kann sich keiner; Kommentar zum Thema Bürgerentscheid
"Werbeschau?"; Informationsveranstaltung des Bundes Naturschutz über Mobilfunk
Gesetze verhindern Mobiltechnik nicht
Klare Fakten
Hysterie um die Funkstrahlen
Unsichtbare Gefahren
Angst schürende Äußerungen
Kassandra-Rufe
Horrorszenarien der Mobilfunkgegner
Auch Angst macht krank
Beweise liegen nicht vor
Handy-freie Zone
Experte funkt Entwarnung für Sendemasten
E-Hysterie
Die Paranoia der Mobilfunkfeinde
Kesseltreiben wegen Mobilfunkantenne
Seriösen Wissenschaftlern zuhören
Doch alles nur Panikmache?
Mit Ängsten Kohle machen


Opfer der Technophobie


Kolumne von Maxeiner & Miersch

Diese Woche wurde wieder ein Fahrgast in der Münchner U-Bahn niedergeschlagen. Der Hessen-Wahlkampf ist vorbei und das Thema damit nicht mehr überregional bedeutend. Dabei ist ein wichtiger Aspekt der Vorkommnisse außerhalb der bayerischen Hauptstadt fast unbekannt. Im Gegensatz zu ihren Opfern können sich Schläger in der Münchner U-Bahn wesentlich sicherer fühlen als anderswo. Denn München ist eine der wenigen Städte der Welt, in denen man in der U-Bahn nicht telefonieren kann. Wer Zeuge eines Überfalls wird, muss an der nächsten Haltestelle eine Notrufsäule suchen.

Vor ein paar Jahren noch war Telefonieren auch in Bussen und Straßenbahnen verboten. Das wurde jedoch von den Fahrgästen erfolgreich unterlaufen. Die ersten Tram-Telefonierer bekamen noch Prügel von den Fahrern angedroht, die Anweisung hatten, das öffentliche Fernsprechen zu unterbinden. Ob das Handyverbot dem Volkswillen entspricht, ist umstritten. Herbert König, Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und SPD-Mitglied, beruft sich darauf, dass 64 Prozent der befragten Kunden elektromagnetische Strahlung für schädlich hielten. Die CSU präsentierte eine Umfrage, auf der 66 Prozent der Fahrgäste für freie Handynutzung stimmten. Im Stadtrat wurde das Thema mehrfach debattiert. SPD und Grüne waren gegen die U-Bahn-Telefonie, CSU und FDP dafür.

In der Zeit, als der Besitz eines Handys noch Sozialneid weckte, ernteten die Mobilfunkgegner viel Zustimmung. Die schöne Münchner U-Bahn sollte vor nervigem Gequatsche und gefährliche Strahlen bewahrt werden. Die Londoner Terroranschläge im Juli 2005 wären ein guter Anlass gewesen, solche technophoben Argumente einmal zu überdenken. Nichts geschah. Bis nun die Münchner U-Bahn in den Ruf geriet, ein Tummelplatz für Gewalttäter zu sein. Da gerade Kommunalwahlkampf ist, verspricht die Obrigkeit nun, innerhalb von zwei bis drei Jahren auf zwei U-Bahn-Linien sowie im Innenstadtbereich das Telefonieren zu ermöglichen.

Uns erinnert diese traurige Posse an Hessen in den Achtzigerjahren. Der damalige grüne Umweltminister Fischer blockierte jahrelang die Insulinproduktion eines Pharmaunternehmens, weil dies mit gentechnischen Mitteln geschah. Heute benutzen fast alle Diabetiker diesen Wirkstoff. Die meisten vertragen ihn besser als das Insulin, das man früher aus den Bauchspeicheldrüsen von Schlachttieren gewann. Doch ohne die grüne Blockade wäre das Medikament Jahre früher auf dem Markt gewesen. Technophobie fordert Opfer. Tagtäglich retten Mobiltelefone Menschen, bei Autounfällen, Herzinfarkten, Überfällen. Tausende von wissenschaftlichen Untersuchungen haben keine Gesundheitsgefahr durch den Mobilfunk feststellen können. Die durch Mobilfunk real Geretteten interessieren die Technophoben jedoch nicht, sie fordern absolute, 100-prozentige Risikolosigkeit. Die aber kann es für keine technische Errungenschaft geben. Die brutalen Überfälle haben die bayerische Technophoben-Bewegung jetzt kurzzeitig in die Defensive gedrängt. Doch in Berlin geht's munter weiter: CSU-Verbraucherminister Seehofer blockiert die grüne Gentechnik, wie einst sein Kollege Fischer die medizinische.

Quelle: Welt online vom 15.02.2008

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Wir brauchen noch viel mehr Verbote!


Kommentar von RAINER NOWAK (Die Presse)

Die Ärztekammer fordert im Kampf gegen die gesundheitsschädlichen Mobiltelefone ein Werbeverbot für ebendiese. Ganz toll.

Geht es nach der Wiener Ärztekammer sollten Mobiltelefone in Zukunft mit dem Hinweis verkauft werden: "Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker."

Wobei wir deren Antwort schon kennen: Die elektromagnetische Mobilfunkstrahlung sei gefährlich, Kinder wären besonders gefährdet. Damit nicht genug: Als weiterer Schritt zum generellen Handy-Verbot sollte es nicht mehr so günstige (!) Tarife geben, die Kinder zum langen Telefonieren verlocken, fordern die Ärztekammervertreter mit der ihr eigenen zwingenden Logik. Auf die Idee einer Mobilfunk-Kinder-Steuer (etwa auf Wertkartenhandys) kommen die Spitzenfunktionäre sicher auch noch.

Damit nicht genug: Ein Werbeverbot für Mobiltelefone soll her - zumindest an Schulen und anderen Einrichtungen, wo Kinder sind. Also auch in Kinos, auf Spielplätzen und zu Hause?

Diese Forderungen sind derart genial, dass sie nach einer Ausweitung schreien: Im Kampf gegen Fettsucht muss Werbung für Fast Food und Co. ganz verboten werden, für Schokolade auch, die ist schlecht für die Zähne. Zu viel Fernsehen schadet, also muss die Reklame dafür weg. Autos, Fluglinien und andere gemeingefährliche Verpester: keine Werbung und niedrigen Preise mehr. Und am Schluss endlich weg mit dem ganzen gefährlichen Fortschritt!

Leben wir endlich schön ungefährlich wie früher. Viel früher. Als es noch keine Ärztekammer gab.

rainer.nowak@diepresse.com
Quelle: "Die Presse" vom 07.11.2007


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Es zählen nur Fakten


Betrifft: Mobilfunkmast in Aach

"Ich weiß von Studien der katholischen Universität Eichstätt, der britischen Universität Essex sowie der Jacobs University von Bremen, die beweisen, dass von Mobilfunksendern UMTS und GSM keine Gefahr ausgeht. Laut dieser Studien wurden Sendeanlagen für Schlafstörungen und andere Krankheiten verantwortlich gemacht, obwohl diese noch gar nicht in Betrieb waren.

Die Argumente der Mobilfunkgegner im Kreis Freudenstadt haben andere Bewegungen bereits vor zehn Jahren vorgebracht. Bis jetzt ist es noch niemandem gelungen, die Richter zu überzeugen. Das zeigt das Urteil von Aach. Und es gibt noch mehr, zum Beispiel Dachau und Grafrath (Verwaltungsgerichtshof München) oder Erkrath (Verwaltungsgericht Düsseldorf). Das Geld für sinnlose Prozesse könnte auch besser angelegt werden, zum Beispiel als Stiftung der deutschen Krebshilfe."

Herbert Gaiser, Dornstetten-Aach
Quelle: Schwarzwälder Bote, Freudenstadt vom 27.8.07


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Neuester Stand: keine Gefahr


Telekom hält Untersuchungs-Ergebnisse unter Verschluss"; Heimatzeitung vom 11. Juni

"In der Diskussion um den Mobilfunkmasten in Holzkirchen erscheint es mir sinnlos, auf einzelne Studien einzugehen, die je nach Überzeugung oder auch Glauben desjenigen, der sie zitiert das eine oder andere beweisen oder auch nur behaupten. Es gibt mittlerweile Tausende von Studien unterschiedlichster Qualität zu diesem Thema, und es ist Aufgabe wissenschaftlicher Kommissionen und nicht der örtlichen Gesundheitsverwaltung, sie zu bewerten. Diese Aufgabe wird auch wahrgenommen, und so sind die Bewertungsergebnisse dieser unabhängigen Kommissionen der Maßstab, an dem man sich orientieren sollte.

Allerdings gebe ich zu, die Nennung derartiger Einzelstudien und -meinungen durch Herrn Kollegen Dr. Huber in seiner Leserzuschrift selbst provoziert zu haben. Jedenfalls sei hier da für jedermann nachlesbar nun lediglich auf die umweltmedizinische Beratungsstelle beim Dachverband der Kinderärzte in Osnabrück verwiesen, die zu Mobilfunk und Gesundheit unter Berücksichtigung neueren Wissensstandes eine Informationsschrift für Eltern erarbeitet hat. Danach garantiert die Einhaltung von Sicherheitsabständen, die für jede Mobilfunk-Antenne vor Inbetriebnahme gesondert festgelegt werden, die Einhaltung der Grenzwerte, die in der Praxis meistens noch um das mindestens 100bis 1000-fache unterschritten werden.

Nach heutigem Kenntnisstand könnte die Frage, ob außerhalb des Sicherheitsabstandes von den Mobilfunkantennen eine die Gesundheit beeinträchtigende Wirkung ausgehen kann, mit nein beantwortet werden. Selbst für die ein Vielfaches höheren elektromagnetischen Felder, die bei einem Handytelefonat, insbesondere bei schlechtem Empfang, bestehen, fand sich bisher kein damit ursächlich verbundenes Krankheitsbild, auch nicht bei mittlerweile erfolgten Langzeituntersuchungen.

Diese Darlegung entspricht auch derjenigen der deutschen und der internationalen Strahlenschutzkommission. Darauf hinzuweisen und durch verlässliche Angaben Angst auslösenden, unbewiesenen Äußerungen gegenteiliger Art zu entgegnen, ist durchaus eine Form von Krankheitsprävention.

Dr. Michael Wohlfahrt, Leiter der Gesundheitsabteilung am Landratsamt Miesbach
Quelle: Miesbacher Merkur, Miesbach vom 16.06.2007


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Die Angstmache geht um


Zum Thema Mobilfunkmasten:

Laut Paracelsus macht die Dosis das Gift. Mobilfunkgegner behaupten, Mobilfunkmasten könnten ähnlich wie Röntgenstrahlen gesundheitliche Schäden hervorrufen. Trotz tausender Studien in vielen Ländern konnte keine Schädigung der Gesundheit festgestellt werden. Laut Mobilfunkgegner stecken diese Studien noch in den Anfängen. Ab 1928 untersuchte Dr. med. Schliephake die Wirkung der Kurzwellen. Er wurde 100 Jahre alt. Die Umweltorganisation Greenpeace schreibt: "Trotz mehrfacher Versuche ist es nicht gelungen, schädliche Wirkungen von Feldstärken zu reproduzieren, denen Handybenutzer ausgesetzt sind. Eine Wirkung der 1000 bis 10.000 mal schwächeren Felder der Basisstationen (Mobilfunkmasten) ist daher unwahrscheinlich".

Trotzdem behaupten Mobilfunkgegner, Mobilfunk führe zu Unfruchtbarkeit, Störung der Gehirnleistung usw. Im Forschungszentrum Jülich arbeiten Wissenschaftler aus über 50 Ländern. Warum nehmen sie vor dem Funkwellen-Schreckgespenst nicht reiß aus? Seriöse Parteien und Organisationen wie das Rote Kreuz oder Amnesty International beteiligen sich nicht an der Angst machenden Jagd nach dem Schreckgespenst, auch nicht die gefürchtete Umweltorganisation Greenpeace.

Jeder Arzt weiß um die gravierenden Gesundheitsschäden, die durch Angst entstehen. Es gibt auch keine Beweise für Behauptungen wie "Mobilfunk macht krank". Deshalb sind auch die besonders im süddeutschen Raum gegründeten Ärzteappelle (0,6 Prozent von 311000 Ärzten in der BRD) nicht hilfreich für ihre wissenschaftlich arbeitenden Kollegen. Prof. Dr. med. Kappos von der Bundesärztekammer meint dazu: Gegen Behauptungen wie "Mobilfunk macht krank" wird unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit - die nicht schrankenlos ist - nichts unternommen. Bequemlichkeit? Der auch zur politischen Profilierung dienende Strahlenpopanz und die damit verbundenen gesundheitlichen Schäden wird nach der Relativierung der Mobilfunkverhältnisse dann lediglich der bekannte Politikersatz folgen:
Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.

Heinz Keiling, Schwarzenbergstr. 50, 96050 Bamberg
Quelle: Fränkischer Tag, Bamberg vom 12.06.2007


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Panikmache schürt Ängste


"Entsetzen über neuen Funkmast"; Heimatzeitung vom 26. Mai.

"Es spricht sicherlich nicht für Sensibilität gegenüber nachbarlichen Ängsten und Befürchtungen, mögen diese auch irrationaler Art sein, und für Rücksichtnahme auf gemeindliche Belange, wenn ein Hausbesitzer trotz gegenteiliger Bitte des Bürgermeisters eine Mobilfunkantenne auf seinem Dach inmitten eines Wohngebietes anbringen lässt. Gleichwohl hat er Recht, wenn er darauf verweist, dass trotz zahlreicher internationaler, auch staatlich geförderter und von den Mobilfunkbetreibem unabhängiger Studien mit mittlerweile auch vorliegenden Ergebnissen aus Langzeituntersuchungen bei Einhaltung der Grenzwerte keine gesundheitlichen Gefahren für Aufenthalte in der üblichen Entfernung zu den Antennen nachgewiesen werden konnten.

Dies sollte auch der Gemeinderat Holzkirchen berücksichtigen und Sachlichkeit und Besonnenheit wahren.

Von Körperverletzung oder einer Schädigung einer Vielzahl von Bürgern durch die Erlaubnis zur Antenne zu sprechen, wäre, wie auch das geäußerte Entsetzen, blanke Emotionalität, die bedeutend mehr Schaden anrichten kann als die Sache selbst. Wenn Herr Kollege Dr. Huber Beweise für eine Gesundheitsgefahr oder -Schädigung durch Mobilfunksender kennt, so soll er die entsprechenden Studien nennen. Es gibt davon keine, die wissenschaftlichen Kriterien und Bewertungen nationaler und internationaler Strahlenschutz-Kommissionen standhält und einen derartigen Beweis liefert.

Panikmache aber schürt Ängste und führt so zu Befindlichkeits- und eventuell sogar Gesundheitsstörungen, die dann leicht als Auswirkung des Mobilfunks angegeben werden können."

Dr. med. Michael Wohlfahrt, Miesbach
Quelle: Miesbacher Merkur vom 30.05.2007


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"Antennenphobie" contra Fortschritt


Zu "Nicht für jeden gibt's schnelles DSL" vom 22. März:

Ende vergangenen Jahres wurden in der Bundesrepublik sechs Lizenzen von der Bundesnetzagentur an WiMAX-Anbieter vergeben. Die Deutsche Telekom AG hat sich an dem Versteigerungsverfahren für diese Lizenzen nicht beteiligt. Die WiMAX-Funknetze werden in kleineren Zellen aufgebaut und sind für die Erschließung des "flachen Landes" gedacht. Auch die "Süddeutsche Zeitung" hat darüber berichtet, dass ein weitgehender Netzaufbau ein - von Seiten der Staatsregierung - wünschenswerter Beitrag wäre, sollen doch letzten Endes vielen Bürgern Behördengänge erspart werden.

Wie die "Süddeutsche" weiter berichtet, sind verschiedentlich Bürgermeister wieder, so wörtlich, "eingeknickt", als ihnen das technische Umfeld der WiMAX-Anlagen offen gelegt wurde: die Auseinandersetzungen wie bei Mobilfunkanlagen würden auch hier geführt. In der Tat: Die Sendeleistungen der Basisstationen sind vergleichbar, wobei der Betrieb - wie in der Mobilfunktechnologie - rund um die Uhr stattfindet.

Wie in Ihrem Beitrag dargestellt, ist die Reichweite von DSL mit höheren Übertragungsraten aus technischen Gründen beschränkt. Für das flache Land - fernab von den Fernmeldevermittlungsanlagen - bietet sich allerdings eine Technik an, die nicht erwähnt wurde: WiMAX. Ein derartiges Netz, das drahtlos arbeitet, aufzubauen lohnt allerdings für den Betreiber nur, wenn mindestens zwanzig oder dreißig Teilnehmer bereit sind, sich zu beteiligen. Will man die Vorteile für stationäre Endgeräte, also nicht nur für Laptops, nutzen, bedarf es bei den Nutzern der Installation von Richtantennen, wobei sich zum Beispiel Antennenträger eigenen, die bereits für Fernsehantennen genutzt wurden. Die Staatsregierung fühlt sich seit Längerem berufen, im Flächenland Bayern jedem Bürger den Zugang zu einem "schnellen" Internetanschluss zu verhelfen. WiMAX stellt eine überzeugende Alternative dar. Allerdings hat man in München wohl nicht mit Widerstand gerechnet. In manchen Kommunen, dazu zählt auch Dittelbrunn, herrscht eine regelrechte "Antennenphobie", die sich in nicht nachvollziehbaren Bestimmungen von Bebauungsplänen niederschlägt. Nur nebenbei: Fernmelderecht ist Bundesrecht, und Artikel 5 des Grundgesetzes setzt weitere Grenzen. Im Klartext: Wie mündige Bürger mit irgendwelchen Antennen irgendwann tätig sein wollen, geht umtriebige Gemeinderatsmitgliedern nichts an. Nur wer zeigt diesen Politikern ihre Grenzen auf?

Norbert Kühn, 97456 Dittelbrunn
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt vom 29.03.2007


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Mobilfunkaktion ist kontraproduktiv


Zum Artikel "802 Unterschriften gegen Mobilfunk" vom 13. März:

Das Thema Mobilfunk ist sehr vielschichtig und reizt zur kontroversen Diskussion. Dabei muss aber stets beachtet werden, dass durch blinden Aktionismus die schwer überschaubare Situation auch verschlimmert werden kann. Die Aktion der Mobilfunkgegner geht aus meiner Sicht in die verkehrte Richtung.

Angenommen sie erreichen, dass die Antennen aus unserem Wohngebiet verlegt werden, dann muss automatisch die Sendeleistung erhöht werden, damit die ankommenden Gespräche im Wohngebiet empfangen werden können. Zusätzlich steigt die angeblich schädlichere Strahlungsintensität der Handys am Ohr, damit die abgehenden Gespräche überhaupt bei den weiter entfernten Antennen ankommen. Das führt eher zur Erhöhung der Strahlenbelastung im Wohngebiet als zu deren Minderung. Wo ist da der Nutzen? Das ist wie bei einer Lichtquelle. Wenn ich sie weiter entfernt aufstelle, brauche ich höhere Lichtleistung, um die gleiche Helligkeit zu erhalten.

Ich bin kein unbedingter Befürworter des Mobilfunks, weil ich glaube, dass die meisten Nutzer, so wie ich auch, das Mobiltelefon gar nicht wirklich benötigen. Das ist mehr eine Modeerscheinung, die zugegebenermaßen eine Menge Arbeitsplätze schafft und den Betreibern viel Geld bringt. Wenn man die Strahlung in Wohngebieten wirksam vermindern will, muss man konsequenterweise dafür eintreten, das Mobiltelefonieren in Wohngebieten ganz abzuschaffen. Dann gibt es auch die angeblich so schädliche Strahlung nicht mehr.

Dass die elektromagnetische Strahlung des Mobilfunks neben den vielen anderen elektromagnetischen Feldern von Rundfunk und Fernsehsendern, von Satellitenfunk und nicht zu vergessen von Starkstromleitungen, denen wir ausgesetzt sind, so besonders gesundheitsschädlich ist, ist erst bewiesen, wenn alle anderen Ursachen ausgeschlossen werden können. Die Autoabgase, die wir ständig einzuatmen gezwungen sind, sind nachweisbar viel schädlicher. Wer tut etwas Wirksames dagegen?

Herbert Bürgle Karlsfeld
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Dachau vom 02.03.2007


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Selbst ernannter Experte schürt Hysterie


Zum Artikel "Mehr Krebs durch Mobilfunkmast" (BR vom 10./11. Februar) wird uns geschrieben:

Na, toll. Der selbst ernannte "unabhängige Experte" Siegfried Zwerenz schürt also auch hier die Hysterie um die Mobilfunkstrahlung. Wie unabhängig er ist, kann man alleine schon daran sehen, dass er Vorsitzender des Vereins Bürgerwelle ist und als solcher bundesweit in Erscheinung tritt (ob ohne oder mit Vergütung, wäre interessant zu wissen, an den Videoveröffentlichungen wird er jedenfalls nicht schlecht verdienen).

Seine Voreingenommenheit ist also wohl selbst vom wohlmeinendsten Betrachter nicht zu verneinen, bereits eine kurze Internetrecherche ergibt hunderte von Treffern mit Bezug auf diesen so genannten Experten.

Unter diesen Bedingungen anderen tatsächlichen Wissenschaftlern Voreingenommenheit vorzuwerfen, ist schon mehr als dreist. Dumm auch, dass anekdotische Fallberichte, wie er sie immer wieder anführt, keinerlei wissenschaftliche Beweiskraft haben und von ihrer Aussagekraft her dem Niveau der Berichte von Entführungen durch UFOs entsprechen.

Die Ergebnisse der schwedischen Universität Lund, die er auch gelegentlich anführt, stammen von einem Forscher und dessen Arbeitsgruppe, deren Methodik und Ergebnisse gelinde gesagt recht zweifelhaft sind. Vor allem, da bis jetzt bereits tausende von Studien eben kein erhöhtes Risiko für Tumorerkrankungen durch diese Strahlungen ergeben haben.

Wissenschaftlich korrekt muss man natürlich einschränken: bis jetzt noch nicht. Eine Gefahr hundertprozentig auszuschließen, ist nun mal schlichtweg nicht möglich. Diese ganze Diskussion ist aber sowieso überflüssig, wenn man sich die Größenverhältnisse der Strahlungen vor Augen führt.

Ein Mobilfunkmast sendet mit zirka 60 Watt, ein Rundfunksender dagegen mit ungefähr 750 000 Watt, ein Fernsehsendemast sogar mit fünf Millionen Watt.

Und was sie sich mit einer Stunde Sonnenbank so zumuten, übertrifft das sowieso spielend. Und was ist mit der Mikrowelle, dem TV, dem Röhrenmonitor am PC... Allen, die bis dahin vor Strahlung verschont bleiben wollen, kann man nur raten, mitten in die Sahara zu ziehen, da hier wohl der Ort der Erde mit der geringsten Strahlenbelastung sein dürfte. Wünsche viel Spaß dort!

Oliver Schleelein, Albert-Schweitzer-Straße 22, Kulmbach
Quelle: Bayerische Rundschau, Kulmbach vom 13.02.2007


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"Made in Germany" madig gemacht


Zu "Mobilfunk-Gegner fordern neue Grenzwerte" vom 1. Februar:

Es gehört schon sehr viel Chuzpe dazu, das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie so zu verzerren, um sie den eigenen politischen Zielvorstellungen zu Nutze zu machen. Die im SZ-Artikel zitierte Studie belegt nämlich mitnichten eine erhöhte Krebsgefahr bei der Handynutzung.

Eine Teilstudie der internationalen Langzeitstudie "Interphone" hat keinen eindeutigen Beweis für die Entstehung von Hirntumoren durch Handys gefunden. Beim Vergleich von 1522 Himtu morpatienten und 3301 gesunden Menschen habe sich kein erhöhtes Risiko durch Mobiltelefonieren gefunden, so das Forscherteam um Anna Lahkola und Anssi Auvinen in der aktuellen Ausgabe des International Journal of Cancer. Es sei keine signifikante Verbindung zwischen einem Hirntumor und der Benutzungsdauer, der Nutzungsintensität und der Zeit, seit der ein Mobiltelefon benutzt wird, gefunden worden. Auch gebe es keinen Hinweis auf unterschiedliche Risiken zwischen Analog- und Digitaltelefonen.

Die Forscher befragten Patienten, die bereits an einem Hirntu mor erkrankt waren, und gesunde Personen zu ihren Handynutzungsgewohnheiten. Nimmt man die gesamte Gruppe, lag das Krebsrisiko bei 0,78. "Ein Wert von eins ist neutral. Jeder Wert, der darüber liegt, ist schädlich", so wird in einem Artikel der "Welt" der Epidemiologe Klaus Schlafer vom Krebsforschungszentrum Heidelberg zitiert.

Die Tür zur Senkung der Grenzwerte ist also keinesfalls offen. Die Herren Heim und Zauscher versuchen sie vielmehr mutwillig einzutreten. Und damit verbunden ist wieder einmal der Versuch, eine Spitzentechnologie made in Germany madig zu machen. Verhindern wir also konsequent Flughäfen und Magnetschwebebahnen, verteufeln Kernkraft, Gentechnik, aber beklagen wir bitte nicht im nächsten Atemzug mit Krokodilstränen, dass unsere jungen Spitzenkräfte massenhaft ins Ausland drängen, dass wir eine hohe Arbeitslosigkeit haben und dass uns andere Länder aufgrund ihrer Dynamik ökonomisch schlicht und einfach abhängen.

Tobias Stephan, CSU-Kreisrat
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Dachau vom 05.02.2007


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Arbeitskreis Mobilfunk geht übers Ziel hinaus


Zum Artikel „In Altstädten fast alle gegen einen Funkmast im Dorf" vom 2. Dezember - per E-Mail. In dem Beitrag hatten wir darüber berichtet, dass der Arbeitskreis Mobilfunk Altstädten über 1300 Unterschriften gegen einen Mobilfunkmasten im Dorf an Bürgermeister Hubert Buhl übergeben hat.

Da kümmert sich ein Arbeitskreis, den eigentlich keiner so richtig kennt, und der sich gewissermaßen selbst ernannt hat, um unsere Gesundheit. Aber in unserer Demokratie ist auch der Gesetzgeber für die Gesundheit der Bürger verantwortlich. Deshalb erlässt er demnächst ein Nichtraucherschutzgesetz.

Wo der Arbeitskreis weit übers Ziel hinausgeht, ist das Thema Mobilfunkantenne in Altstädten. Es gibt vom Gesetzgeber klare Normen, Richtlinien und Grenzwerte, welche auch von Antennen-Betreibern ausnahmslos strikt eingehalten werden. Die vom Arbeitskreis behaupteten Negativ-Wirkungen einer Funkantenne sind nicht beweisbar und werden selbst unter Fachleuten kontrovers diskutiert. Ein Gesetz zum Schutz von Nicht-Handy-Besitzem wird es wohl nicht geben können. Denn deren Anteil in der Bevölkerung ist wohl annähernd null. Was ich eigentlich nicht verstehe ist, dass Antennen-Gegner selbst ein Handy besitzen und benutzen. Eine Steigerung dieses unlogischen Verhaltens ist wohl nicht mehr möglich.

Die Stadt Sonthofen hatte einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Ein Grundstück außerhalb des Wohngebietes und im Besitz der Stadt sei die Lösung. Damit waren wohl auch alle Gegner einverstanden. Nach dem Rückzug der Stadt von ihrem Angebot werden wir nun die Gelegenheit nutzen und einen Mietvertrag mit einem Antennen-Betreiber unterzeichnen. Dem Arbeitskreis versprechen wir im Gegenzug, auf keiner Vereinsversammlung mehr zu rauchen, da wir sowieso keine mehr besuchen werden. Den Arbeitskreis-Mitgliedern wünschen wir von ganzem Herzen, dass sie nie in eine Situation geraten, in der ein Hilferuf per Handy lebensrettend sein könnte.

Paul Heimann senior und junior, Altstädten
Quelle: Allgäuer Anzeigenblatt, Immenstadt vom 13.12.2006


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Gesundheitsprobleme durch Mobilfunk


Es bleiben Zweifel

Bis Ende 2007 will die Telekom alle ihre Mobilfunk-Sendeanlagen mit dem neuen GPRS-EDGE-System ausstatten, was viele Gemeinden freut: Ermöglichst es doch auch in ländlichen Regionen einen einigermaßen schnellen Internet-Zugang. Doch in Oberammergau klagen zahlreiche Bürger über massive gesundheitliche Beschwerden, seitdem dort das neue System installiert wurde. Sie einfach alle als Spinner abzukanzeln, wie es die Mobilfunkunternehmen gerne tun, ist nicht in Ordnung. Und doch bleiben Zweifel.

Eine Bedrohung, die man nicht sehen kann, ist immer suspekt, und bei unsichtbaren Strahlen trifft das besonders zu. Alle Verantwortlichen verschanzen sich gerne hinter Grenzwerten, die die Mobilfunk-Gegner regelmäßig als viel zu hoch bemängeln. Auch die unzähligen Studien werden nicht anerkannt, je nachdem, welches Ergebnis herauskommt. Und weil das Thema mit seinen Hochfrequenz-Strahlen, Hertz- und Watt-Angaben so kompliziert ist, kann der Normal-Sterbliche kaum mitdiskutieren.

Deshalb übernehmen das Experten, und davon gibt es in Oberammergau einige, darunter seit kurzem eine Bamberger Ärztin. Offenbar sind viele Bürger froh, eine mögliche Erklärung ihrer Probleme gefunden zu haben, und finden nun einen dankbaren Abnehmer. Doch handeln die Betroffenen wirklich redlich, wenn in Briefen an das Umweltministerium von einem unerwartet verstorbenen 50-Jährigen, einem Schlaganfall bei einem Kind sowie eingegangenen Pflanzen gesprochen und unterstellt wird, das alles sei durch Mobilfunk-Strahlung passiert? Das ist Panikmache.

Boris Forstner
Quelle: Oberbayerisches Volksblatt, Rosenheimn vom 21.11.2006


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Ansage


Zurückgeschlagen

Wer Tacheles redet, ficht verbal in aller Regel nicht mit dem Florett, sondern greift zur Keule. Genau das hat die Baugenossenschaft nicht getan: Deren Vorstand hat Klartext geredet, ohne sich im Ton zu vergreifen. Sachlich, verständnisvoll, aber in der Sache unmissverständlich haben Walter Büttner, Günter Stowasser und Wolfgang Hergeth dargelegt, warum auf Dächern von BG-Häusern Mobilfunk-Antennen stehen. Angesichts der 300 Euro, die sie pro Monat und Antenne erhalten, verbietet sich der Vorwurf der Profitgier von selbst. Der Vorstand hat glaubhaft gemacht, dass von den Einnahmen die Mieter profitieren. Warum die BG bevorzugter Ansprechpartner für T-Mobile & Co. ist liegt auf der Hand - die höchsten Wohnhäuser in der Stadt gehören der Baugenossenschaft. Zu Recht verweist der Vorstand auf die anerkannten Grenzwerte und die Unbedenklichkeitsbescheinigungen durch Bundesbehörden. Dies sind die einzigen seriösen Werte, nach denen man sich richten kann. Es sei denn, man ist an einer aufrichtigen Debatte von Anfang an nicht interessiert. Den Ton, den die BG diese Woche angeschlagen hat, wünscht man sich auch von der anderen Seite. Die rüden Verbalattacken der Mobilfunkgegner haben mittlerweile auch in Geretsried das Klima vergiftet.
Die Mitglieder der Interessengemeinschaften würden viel ernster genommen, würden sie nicht stets sofort mit dem verbalen Dreschflegel um sich hauen. Überzeugen kann man nur durch Fakten, nicht durch Getöse.

Hans Moritz
Quelle: Isar-Loisachbote, Wolfratshausen vom 09.09.2006


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"Funkmast-Kasperltheater" flächendeckend


Artikel "Netzwerk gegen Masten" (fünf lokale Mobilfunk-Bürgerinitiativen schließen sich zusammen), Ausgabe Donnerstag, 3. August

Das finde ich ja klasse, dass sich die BIs, unter Federführung von Herrn Dr. Ludolph, jetzt zum Kampf gegen die Mobilfunkbetreiber und deren Masten "zusammengerottet" haben. Nun kann man das "Geiselbach-Omersbach-Funkmast-Kasperltheater" ja flächendeckend weiterführen. Ich schlage vor, dass die "Wir-sind-gegen-alles-Vereinigung" auch alle anderen nicht naturbelassenen Erhebungen, die "das Erscheinungsbild unseres ländlichen Raumes verändern und verschandeln" (ich könnte der BI so einige nennen) mit in ihre Protestnote an das Landratsamt Aschaffenburg aufnehmen. Ich glaube, dann müsste die "urständige Kulturlandschaft des Vorspessarts" neu erfunden werden.
Interessieren würde mich aber nur mal, wer von den BI-lem ein Handy hat! Und ob er damit auch telefoniert? Ich glaube, dass der der erste Protestler wäre, wenn das Ding nicht funktionieren würde. Hat unser Land im Allgemeinen - und das "Netzwerk der Mobilfunk-Bürgerinitiativen" im Besonderen - denn sonst keine Sorgen, als einen Kleinkrieg gegen die Funkmasten zu führen?

Roland Deller, Backesweg 4, Krombach
Quelle: Main-Echo, Alzenau vom 07.08.2006


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"Wie tief sind wir gesunken?"


Zu den beiden Leserbriefen zum Thema Mobilfunk in der Ausgabe vom 15. Juli im Viechtacher Bayerwald-Boten:

"Die beiden Herren vertragen wohl eine ihrem verqueren Weltbild entsprechende Berichterstattung nicht. Ich habe der BI (Bürgerinitiative) bisher jeden Gesprächswunsch sofort erfüllt und ihr auch die Möglichkeit gegeben, ihre Sicht der Dinge dem Gemeinderat vorzutragen. Auf meine wiederholten Aufforderungen, den blinden Aktionismus zu unterlassen und stattdessen mit der Gemeinde gemeinsam nach Standorten außerhalb bebauter Gebiete zu suchen, bekam ich immer nur die stereotype Antwort, "wir wollen keinen Sendemasten, weil wir keinen brauchen".

Die Suche wäre aber wahrscheinlich auch erfolglos geblieben, weil kein Eigentümer eines möglicherweise geeigneten Grundstücks in der durch die BI aufgeheizten Atmosphäre bereit gewesen wäre, sein Grundstück anzubieten.

Die angesprochene Arroganz sehe ich ausschließlich auf Seiten der BI, die glaubte, mit entsprechendem Druck Bürgermeister und Gemeinderat auch zu sinnlosen und nicht zielführenden Protestaktionen bewegen zu können. Wir haben Wichtigeres zu tun, als gegen Windmühlen zu kämpfen.

Herrn Doblers aus seinen Zeilen herauszulesende Wut kann ich nachvollziehen, hat er mich doch bei der Veranstaltung am 10. Juli während des Referats von Herrn Dr. Botschafter ultimativ aufgefordert, diesem das Wort zu entziehen, weil der Vortrag nach Meinung des Herrn Dobler schon zu länge gedauert hätte. Das nenne ich Arroganz! Seine Anschuldigungen weise ich zurück; sie beruhen vermutlich, wie auch seine scheinheiligen Ausführungen zu Ehrlichkeit und gegenseitigem Respekt, auf totalem Realitätsverlust.

Den von Herrn Weindl angesprochenen Konflikt zu Beginn der Veranstaltung hat allein er zu verantworten, denn er erdreistete sich, zu einer gemeindlichen Informationsveranstaltung für Böbracher Bürger, ohne mich überhaupt zu fragen oder zu informieren, Aktivisten aus einem anderen Landkreis einzuladen und diesen Rederecht zu versprechen. So viel auch hier zum Thema Arroganz.

Zur von Weindl angedeuteten Möglichkeit der Bauleitplanung ist zu sagen, dass gegen genehmigungsfreie Bauvorhaben auch keine gemeindliche Bauleitplanung hilft. Hierfür eine Änderung herbeizuführen, bestand die Möglichkeit vor einem Jahr mit dem Volksbegehren der ödp. Wie auch anderswo, gingen die Böbracher Mobilfunkgegner so zahlreich zur Unterschriftsleistung ins Rathaus, dass stolze 1,37 Prozent Beteiligung erreicht werden konnten. Das Volksbegehren ist gescheitert, weil eben nur eine verschwindend geringe Zahl von Menschen die maßlos übertriebenen Befürchtungen der Bürgerinitiativen teilt.

Am meisten hat mich erschüttert, dass mir nach über 20-jahriger Tätigkeit für die Gemeinde öffentlich Bestechlichkeit vorgeworfen wurde und ein Großteil der Anwesenden dazu auch noch Beifall klatschte. Wie tief sind wir gesunken?"

Siegfried Wende, Böbrach
Quelle: Bayerwald-Bote, Regen vom 19.07.2006


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Angst machende Propaganda


Betrifft Leserbrief, "Angst macht krank!" im FT:

Wer kennt sie nicht, die hochaufragenden Fernseh-Antennentürme der Großstädte mit ihren Aussichtsplattformen und Drehrestaurants. Beliebte Ausflugs- und Touristenziele! Bestückt mit Fernseh-Sendeleistungen über 500 000 Watt Impulstechnik. Seit Jahrzehnten!

Weniger attraktiv und beliebt sind die Mobilfunkantennen unserer Tage. Mit nur 50 Watt, also nicht einmal dem tausendsten Teil der Fernsehantennen, haben sie in kürzester Zeit - laut Mobilfunkgegnern - alle erdenklichen Krankheiten hervorgerufen und erreicht, was die kilowattstarken Fernsehsender in Jahrzehnten nicht geschafft haben. Durch die vor allem politisch motivierte Agitation gegen den Mobilfunk entstand für den Laien der Eindruck, je weniger Antennen, umso geringer die Strahlenbelastung. Das Gegenteil ist richtig: Bei großen Entfernungen funktionieren Handys und Stationen nur mit großer, bei kurzen Entfernungen mit geringer Leistung.

Dies zeigt auch das folgende Beispiel: In der Stadt A sind 5000 Handys á 1,5 W mit weit entfernten 10 Stationen á 50 W verbunden. Zusammen also 8000 Watt. In der Stadt B sind 5000 Handys á 0,05 W im Nahbereich mit 50 Stationen á 10 W verbunden. Macht zusammen 750 Watt. Das Beispiel zeigt, dass die so genannte Strahlenbelastung, wenn sie denn überhaupt gefährlich wäre, mit weniger Stationen erheblich zunimmt. Gesundheitsfragen sind ein zentrales Thema der Allgemeinheit und deshalb für die politische Agitation sehr gut geeignet. Da es zum Stimmenfang sinnlos wäre, gegen 70 Millionen Handybesitzer zu agitieren, wird jede Antennen-Neuaufstellung als gesundheitsschädlich bezeichnet. Eine zweifach verwerfliche Methode, da das Gegenteil richtig ist, und dazu noch die Angst in der Allgemeinheit geschürt wird.

Ob die schwache Leistung der Mobilfunkantennen schaden kann, ist umstritten. Unbestreitbar ist jedoch, dass Angst krank macht. Zur Verdeutlichung: Wenn bereits 50 W Sendeleistung in der Lage wären, Gesundheitsschäden zu bewirken, dann dürfte kaum mehr ein Tourist die oben erwähnten Ausflugsziele mit über 500 000 Watt lebend verlassen. Nach alledem müssen sich die Grünen fragen lassen, ob ihr demagogisch anmutendes und Angst erzeugendes Tun der Volksgesundheit nützt oder schadet. Es wäre zu wünschen, dass es auch in der Partei der Grünen noch vernünftige Kreise gibt, die dieser Art von Propaganda ein Ende setzen.

Heinz Keiling, Schwarzenbergstr. 50, 96050 Bamberg
Quelle: Fränkischer Tag, Bamberg vom 08.06.2006

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Alle Gewalt geht vom Handy aus


Blog zum Thema Mobilfunk
von Matthias Urbach

Am Frankfurter Kreuz erwischte die Polizei neulich einen Ostwestfalen beim Zeitungslesen: Das wäre nichts Ungewöhnliches, hätte der Tacho seines Wagens nicht 100 angezeigt – und der Mann am Steuer gesessen. Und in Eisenhüttenstadt brannte die Theodor-Fontane-Schule, weil in der Jungstoilette ein Stapel Zeitungspapier in Brand geraten war.

Ich zähle diese beiden denkwürdigen Ereignisse der vergangenen Tage nur deshalb auf, weil Markus Söder, der Generalsekretär der CSU, sie nicht zum Anlass nahm, das Verbot von Zeitungen in Autos oder in Schulen zu fordern – oder gar Papier ganz zu verbieten.

Dafür forderte Söder am Wochenende öffentlichkeitswirksam ein Verkaufsverbot von videofähigen Handys an Schüler unter 16 Jahren. Auslöser waren mehrere Razzien der Polizei an bayrischen Schulen, bei denen Gewalt- oder Pornovideos auf Schülerhandys gefunden wurden.

Ach ja, Handys. Sie sind, je nach Standpunkt, wahlweise gesundheitsgefährdend, jugendverführend oder schlicht nervtötend. Jedenfalls immer für eine Aufregung gut – und immer irgendwie negativ.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Videos, in denen Soldaten enthauptet, Frauen in den Kopf geschossen, Gleichaltrige verprügelt werden oder Ähnliches sind nicht schön – schon gar nicht für junge Schüler. Aber warum muss man deshalb Videohandys an sich verbieten? Was hätte Söder wohl vorgeschlagen, hätte man bei den Razzien Pornohefte entdeckt? Hätte die CSU das Mitbringen von Zeitschriften in die Schulen verboten? Natürlich nicht.

Aber es geht ja um „Gewaltvideos“ auf „Handys“ – und dann auch noch „aus dem Internet“. Da schrillen alle Alarmglocken bei besorgten Eltern, die mit ihren Handys gerade mal so eben Telefonieren können und bloß staunen, was ihre Sprösslinge mit Handy und PC inzwischen so alles anstellen.

Kein Gegenstand hat unseren Alltag zuletzt so verändert wie das Handy. Unsere Art zu kommunizieren, uns zu verabreden, den Tag zu planen. Zum Besseren, wie ich finde. Das Handy ist deshalb ein Symbol geworden für den technischen Fortschritt schlechthin. Die Selbstverständlichkeit, mit der die meisten Bundesbürger es inzwischen nutzen, steht in krassem Widerspruch zum schlechten Image.

Noch immer fürchten sich viele Leute etwa vor Elektrosmog. Und obwohl nach einem Jahrzehnt Forschung noch immer unklar ist, ob Handys und Sendemasten überhaupt nennenswert schädlich sind (so schlimm kann es also nicht sein), ist schon jetzt die Zahl der Menschen beträchtlich, die der Tatsache ihr Leben verdanken, dass im Notfall schnell Hilfe herbeitelefoniert werden konnte. Doch das wird gerne ausgeklammert: Es ist wohl eher die Überforderung durch den technischen Fortschritt, die sich in der oft übertriebenen Furcht vor Sendemasten manifestiert.

Es sind eben nicht die Handys, sondern die Videos als jugendgefährdend einzustufen. Man kann die Telefone nicht, wie der CSU-Generalsekretär es tut, mit Alkohol oder Zigaretten gleichsetzen. Der Kauf eines Handys ist letztlich geschützt durch das Recht auf Freizügigkeit.

Blog von Matthias Urbach
Quelle: Heise Technology Review vom 29.03.2006 http://www.heise.de/tr/blog/artikel/71401


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Wo sind die Telefon-Versehrten


Leserbrief zum Thema Mobilfunk

Liebe Rosl aus der Keßlergass; das Gemeckere über Handy-Masten geht mir langsam auf den Geist. Das ist ja schlimmer als die angeblich so gefährliche Strahlung. Angeblich deshalb, weil bis heute niemand auch nur im Ansatz die Gefährlichkeit dieser Strahlen beweisen konnte. Wo sind denn die Massengräber der Strahlentoten? Wo sind die Handy-Krüppel und Telefon-Versehrten?

Als die Eisenbahn erfunden wurde, gab es Mediziner, die davor warnten, dass eine höhere Geschwindigkeit als 25 Stundenkilometer das Blut in den Rücken drücken würde und man daran sterben müsse. Die Bauern waren etwas schlauer (wie so oft) und behaupteten, die Kühe würden angesichts des Dampfroßes erschrecken und weniger Milch geben. Klar, dass es dafür eine Entschädigung geben sollte.

Tja, und statt des Waldes stehen nun die Grünen im sauren Regen; natürlich mit der üblichen fetten Pension. (Titel einer »Kleinen Anfrage" an das Parlament 1990: „Zu den Problemen von Waldsterben durch Einwirkung von Richtfunk- und Radarwellen").

Und wie heute jeder weiß, war alles nur ein großer Sch...! Mal ganz im Ernst: je mehr Masten aufgestellt werden, desto geringer wird die Stärke der Strahlung, denn das Gerät muss nicht mit maximaler Leistung senden, um den nächsten Einwahlpunkt zu erreichen. Die baldige Einsicht in die Gesetze der Logik wünsche ich nicht nur der Rosl.

Walter Hummel, 97421 Schweinfurt
Quelle: Volkszeitung vom 24.01.2006


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Unverantwortlich und hysterisch


Zum Artikel "Protest gegen Sendemast bei Gut Roggenstein" vom 3. August:

Die von Dagmar Riess aufgestellten Behauptungen über die Gefährlichkeit von Mobilfunk sind hysterisch, bösartig und schlichtweg falsch. Es ist unwahr dass die von Mobiltelefonen und den dazugehörigen Sendern abgegebene Strahlung "Schlafstörungen, Kopfweh, Tinnitus, Abwehrschwäche, Unruhezustände, Depressionen, Herz-Rhythmus-Störungen" sowie "Potenzstörungen und Krebs" hervorruft, wobei laut Frau Riess diese Liste der Heimsuchungen ja nur eine Auswahl der "vielen möglichen (sic!) negativen Auswirkungen auf die Gesundheit" darstellt. Hier wird auf unverantwortliche und zynische Weise mit der Angst der Bürger gespielt, und insbesondere von Menschen die unter psychosomatischen Beschwerden leiden. Tatsächlich birgt der Mobilfunk, wie jede Technologie und eigentlich alles im Leben, Vorteile und Risiken die es auf der Basis fundierter Erkenntnisse abzuwägen und zu diskutieren gilt. Was die Bürgerwelle hier betreibt ist jedoch Panikmache und einer aufgeklärten Gesellschaft unwürdig.

Vom Dachverband der Bürgerwelle wird übrigens unter anderem behauptet, die englischen Behörden würden seit den 1980er Jahren von den Kommunisten konzipierte Mikrowellenwaffen zur Bewusstseinskontrolle einsetzen, nämlich um die Bewohner von Sozialsiedlungen in "gestresste, verwirrte, unterwürfige Zombies" zu verwandeln - eine Behauptung, die an Abstrusität kaum zu überbieten sein dürfte (www.buergerwelle.de/pdf/mkrowellenbewusstseinskontrolle.pdf).

Michael Barnikel Germering
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Fürstenfeldbruck vom 13.08.2005


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Widerstand gegen Wellen


Zu Artikeln zum Volksbegehren "Mobilfunk":

Elektromagnetische Wellen können vom Menschen nicht mit seinen fünf Sinnen wahrgenommen werden. Es verwundert den rational denkenden Betrachter daher nicht, wenn vornehmlich selbst ernannte Experten die Ursache für eine plötzliche Schlaflosigkeit oder nicht erklärbare Krankheitsbilder gefunden haben: den Mobilfunkmasten in der Nachbarschaft. Selbst noch nicht in Betrieb genommene Anlagen sorgten schon in der Vergangenheit für Unbefindlichkeiten. Angeblich Betroffene treibt es in die Praxen größtenteils jener Mediziner und Heilpraktiker, die sich in Grauzonen der Gesundheitslehre bewegen. Damit ich nicht falsch verstanden werde: es gibt Menschen, die sensibel auf bestimmte Umwelteinflüsse reagieren - zugestanden aber eine verschwindend geringe Minderheit. Mittlerweile sind in Deutschland weit über 60 Millionen Handys in Gebrauch. Mobilfunkbetreiber sind es ihren Kunden schuldig, technisch einwandfreie Verbindungen zur Verfügung zu stellen. Diese Tatsache wird bei den oft scheinheilig geführten Debatten oft verdrängt.

Norbert Kühn, 97456 Dittelbrunn
Quelle: Schweinfurter Tagblatt, Schweinfurt vom 29.07.2005


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Laute Minderheit


Kommentar von Stefan Gabriel

Angesichts der Aktivitäten unzähliger Bürgerinitiativen kann man leicht den Eindruck gewinnen, Bayern sei ein Land der Gegner von Mobilfunk-Masten. Seit gestern wissen wir, dass es anders ist. Nicht einmal jeder 20. Wahlberechtigte im Freistaat hat mit seiner Unterschrift das Mobilfunk-Volksbegehren der ödp unterstützt.

Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Initiatoren von Volksbegehren offenbar zu leicht auf das Phänomen der lautstarken Minderheit hereinfallen. Wer sich nicht um mögliche Gesundheitsgefahren von Mobilfunkmasten sorgt, der schweigt einfach. Und so entsteht ein falsches Bild von der Stimmung in der Bevölkerung. Genauso war es bei den Volksbegehren gegen Forstreform, achtstufiges Gymnasium oder überhöhte Politiker-Bezüge, die in jüngster Zeit ebenfalls alle durchgefallen sind.

Die Konsequenz daraus kann aber nicht sein, dass die Hürden für Volksbegehren gesenkt werden, wie es die ödp fordert. Volksbegehren und Volksentscheide sind sinnvolle "Korrektur-Mittel", die verhindern können, dass die Landtagsmehrheit gegen den Mehrheitswillen des Volkes entscheidet. In einem parlamentarischen System wird das aber die Ausnahme bleiben. Auf keinen Fall sind Volksbegehren als Instrumente von Interessengruppen gedacht und geeignet, die ihre Themen in die Öffentlichkeit tragen wollen.

Vielleicht führt die jüngste Pleiten-Serie dazu, dass sich Initiatoren möglicher Volksbegehren wieder etwas genauer überlegen, ob ihr Thema wirklich geeignet ist. Denn wenn die Instrumente der direkten Demokratie zu inflationär gebraucht und missbraucht werden, verlieren sie an Wirkung. Wenn jede Woche ein anderes Volksbegehren ansteht, wird überhaupt keines mehr wahr- und ernst genommen.

Quelle: Passauer Neue Presse, Passau vom 20.07.2005

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Falscher Weg


ÖDP-Initiative ist gescheitert

KOMMENTAR VON PETER ABSPACHER

Das Thema Mobilfunkanlagen und ihre möglichen Gefahren bewegt durchaus viele Menschen. Dennoch ist der Versuch der ÖDP und anderer, für die Aufstellung solcher Sendemasten strengere Regeln einzuführen, glatt gescheitert. Dafür gibt es gute Gründe.

Es lag nicht an einer Desinformations-Kampagne der Mobilfunkkonzerne, wie ÖDP-Chef Bernhard Suttner meint. Damit outet er sich nur als schlechter Verlierer. In der öffentlichen Meinung kommen Proteste gegen Sendeanlagen seit Jahren viel stärker zur Geltung als die Argumente der Betreiberseite.

Das Problem ist ganz anders gelagert. Wenn Mobilfunkanlagen wirklich eine Gesundheitsgefahr darstellen, dann muss man die erlaubten Strahlungs-Höchstwerte reduzieren. Das aber wäre Sache des Bundes, der Landtag (nur an ihn kann sich ein Volksbegehren richten) hat hier keine Kompetenz. Und ob eine Genehmigungspflicht für alle Mobilfunkanlagen außer mehr Bürokratie am Ende irgendetwas bringen könnte, ist zumindest fraglich.

Etwa 8000 Masten in Bayern sind bereits installiert, vielleicht 1500 sollen noch folgen. Die ÖDP-Initiative kam also im Grunde zu spät. Zudem funktionieren die Runden Tische in vielen Gemeinden immer besser. Die Standorte wurden in letzter Zeit oft im Konsens zwischen Betreibern und Kommunen gesucht und gefunden.

Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 19.07.2005

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"Dr. Eger ist ein Irreführer, der sich nur vor Laienpublikum wagt"


Leserbrief zum HZ-Artikel "50,0000 Akupunktumadeln..." vom 13. Juli

Der Artikel über den Vortrag von Dr. Eger am Samstag im Mainburger Pfarrheim enthält derart viele unrichtige Aussagen, dass ich hier nur auf einige eingehen kann. Bereits im ersten Satz ist von Fallstudien die Rede, die jedoch niemand vorweisen kann, usw. Dr. Egers Vortrag war eine einzige Konfusion von Falschbehauptungen, Verdrehungen und geradezu lächerlichem Unsinn auf naturwissenschaftlichem Gebiet.

Beispielsweise behauptete er mit zahlreichen Symptomaufzählungen, Schliephake habe diese schon 1932 festgestellt. Liest man jedoch in der Originalquelle nach, geht es um ganz was anderes. Laien recherchieren nicht und ihnen fehlt das Fachwissen. Darauf baut jeder, der landesweit als Irreführer bekannt ist. Genauso wenig haben Adlkofers Reflex-Studien mit den Basisstationen zu tun. Seine (Egers) "Naila-Untersuchung" wurde mittlerweile in allen Punkten widerlegt. Selbst wenn man als Zuhörer die Gutachten des Bundesamtes und anderer Stellen im Saal hochhält, besitzt Dr. Eger die Stirn und leugnet das ab.

Dann nennt er eine leidende Familie in England, die mittlerweile gerichtlich verurteilt wurde, weil die Elektrosensibilität nachgewiesenermaßen frei erfunden war. Unglaublich auch, welchen physikalischen Unsinn er faselt. Für Eger gelten die nachvollziehbaren Ergebnisse der Forschergemeinde nicht, die WHO und Wissenschaftler erster Sahne sind für ihn im Unrecht.

Erst vor drei Wochen war in Genf eine Tagung der Weltgesundheitsorganisation, wo ganz klar festgestellt wurde, dass keine gesundheitlichen Auswirkungen durch Mobilfunk zu befürchten sind. Dr. Eger war zu einer Krebs-Tagung eingeladen. Wie zu erwarten, kniff er nach ursprünglicher Zusage davor, dem Fachpublikum Rede zu stehen. Ein Scharlatan traut sich auch nur vor Laien, die er übertölpeln kann.

Ich fragte Dr. Maier am Schluss, wie groß denn die so vollmundig behauptete Zunahme an Beschwerden in seiner Praxis sei, wie er eruiert habe und auf welche seriösen Quellen er seine Behauptungen stütze. Dr. Maier war nicht in der Lage, zu antworten. Dr. Eger kniff auch vor einer mir zugesagten Fachdiskussion. Ich halte das Vorgehen der Mainburger Hausärzte und des Referenten für unethisch.

Bernhard Lauerer, Riedenburg
Quelle: Hallertauer Zeitung vom 18.07.2005


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Das ist purer Populismus


Zum Artikel „Mit Willkür beim Aufstellen von Sendemasten soll Schluss sein" vom 2. Juli:

Strahlenschutz ja, aber bitte keine Zivilisationsfeindlichkeit. Das sollte die Regel sein, nach der hier gehandelt werden muss. Wenn die Befürworter des Volksbegehrens argumentieren, man wolle keine Funkmasten neben dem Schlafzimmer, dann führt man sehr populistische Argumente ins Feld und verführt Unaufgeklärte, die man immer schon mit Teufelskram schrecken konnte. Deshalb ist es auch purer Populismus, wenn behauptet wird, man wolle die Strahlungsbelastung für die Anwohner senken. Die hierfür notwendigen Regeln gelten bereits. Inzwischen geht es darum, Planungssicherheit zu schaffen für kommende Mobilfunkdienste.

Die Gemeinden haben es schon lange in der Hand, auf die Standorte der Funkmasten Einfluss zu nehmen. Man kommt aber nicht weiter, wenn die Gemeinderäte beschließen, keine Sendeanlagen auf öffentlichen Gebäuden zuzulassen. Diese wären wegen der zentralen Lage oft sehr passend.

Um geringe Strahlungsmengen am Empfangsort einzuhalten, müssen die Antennen gleichmäßig auf die Fläche verteilt werden. In Zukunft müssten es sogar noch mehr werden, wenn die neuen Funkdienste nach und nach im ganzen Land eingeführt werden.

Wollen wir neben unseren bereits vorhandenen Standortnachteilen auch noch bei der Ausstattung mit Funkdiensten nachhinken? Es darf nicht so weitergehen, dass in manchen Orten im Landkreis, wie zum Beispiel in Dirnaich, in den Häusern kein Handy-Empfang möglich ist. Wollen wir uns dem Sachverstand von einigen Pessimisten anvertrauen, damit Bayern zum „weißen Fleck" auf der Landkarte wird?

Klaus J. Triesch, Lindenstr. 25, 84335 Mitterskirchen
Quelle: Rottaler Anzeiger, Eggenfelden vom 05.07.2005


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Angst macht krank


Kommentar von Henning Noske

Es gibt ein Wort, mit dem man alles in Zweifel ziehen kann. Es heißt: Restrisiko. Das besteht praktisch immer. Es ist die kleinste anzunehmende Wahrscheinlichkeit, dass doch noch etwas passieren kann. Würde das Restrisiko zur entscheidenden Kategorie, dann sähe unser Leben ganz anders aus:

In ein Auto oder Flugzeug könnte man nicht mehr steigen. Verkehrstote und Flugzeugabstürze füllen die Schlagzeilen.

Kinder müssten Fahrräder meiden. Mit ihnen geschehen die häufigsten Unfälle.

Rauchen und Passivrauchen müssten verboten werden. Tabakrauch macht krank, enthält 100 krebserregende Stoffe.

Verglichen mit solchen Gefahren, die wir täglich akzeptieren, nimmt sich die Bedrohung durch Mobilfunk verschwindend gering aus. Sie ist nach Ansicht der meisten Experten nicht größer als durch Radio oder Fernsehen. Paradoxerweise ängstigt sich jedoch mancher mehr vor Mobilfunk als vor realer Gefahr. Das ist mittlerweile ein eigenes Forschungsfeld: Auch die Angst vor möglichen Gefahren kann krank machen.

Immer mehr Fachleute appellieren deshalb: Auch das Pochen auf ein noch so geringes Restrisiko kann zum Gesundheitsrisiko werden. Wer sich permanent ängstigt, wird krank.

Auswirkungen von Handys und Mobilfunk werden weltweit mit extrem hohem Aufwand untersucht. Trotz dieser Intensität gibt es bislang keine Hinweise auf ihre Schädlichkeit. Es geht nicht um Verharmlosung. Es ist harmlos.

Quelle: newsclick.de vom 27.06.2005

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Willkommenes Feindbild?


UNTER UNS GESAGT. Kommentar des Freisinger Tagblatts vom 9. Juni 2005

Die moderne Gesellschaft steckt in einem argen Dilemma. Alles, was schmeckt, macht dick, und alles, was den Alltag erleichtert, gefährdet die Gesundheit. Aber die Attenkirchener schlagen jetzt zurück. Endlich gibt es einen Sündenbock: den Mobilfunk-Anbieter. Aber ist das nicht zu einfach?

Selbstverständlich fahren wir mit unserem Drei-Liter Auto nur bei Entfernungen von mehr als zehn Kilometern und auch das nur, wenn das Radl einen Platten hat, die Eisenbahner streiken oder Fuß und Bein in einem hüfthohen Gipsbett stecken. Die Stand-by Taste an Fernseher und Stereoanlage ist uns ein Fremdwort. Die suspekte Mikrowelle und den energiefressenden Wäschetrockner haben wir mit einem Hilfstransport in den Kosovo geschickt. Statt des schnurlosen Telefons steht Omas Fernsprecher mit Wählscheibe im Flur. Der Radiowecker ist längst vom Nachttisch verbannt und ein Netzfreischalter sorgt in der Nacht für stromfreien Schlaf in unseren antiallergenen Betten. Unsere Lebensmittel kaufen wir direkt beim Biobauern, zubereitet werden sie auf dem Solarkocher.

Stimmt alles nicht? Warum sind dann die Menschen ausgerechnet beim Mobilfunk so sensibel, während sie Feinstaub, Elektrosmog und gentechnisch veränderte Lebensmittel geradezu demonstrativ ignorieren? Vielleicht, weil man hier so schön ein Feindbild aufbauen kann. Sogar von "Mafia" war in Attenkirchen die Rede - gemeint war der Mobilfunkanbieter.

Doch was darf man glauben? Eine Bannmeile rund um Kindergärten und Schulen fordern einige Fachleute. Quatsch, meinen andere Experten; Je weiter man den Funkmasten in die Prärie stellt, umso stärker müsse die Strahlung sein, um die Zivilisation überhaupt noch zu erreichen.

Aber da draußen wären sie aus den Augen - und aus dem Sinn. So wie jener Mast, über den Bürgermeisterin Brigitte Niedermeier vor Sitzungsbeginn ihren Anruf aufs Handy bekam. Seelenruhig sahen alle dabei zu: Mit dem Handy zu telefonieren ist das normalste der Welt. Interessant wäre es, zu wissen, wie viele der leidenschaftlich gegen den Mobilfunkmasten kämpfenden Bürger ein Handy in der Tasche hatten. Und auf welchem Weg wohl die Anrufe zu ihren Funktelefonen finden ...

Petra Bauernfeind
Quelle: Freisinger Tagblatt, Freising vom 09.06.2005


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Mobilfunk auch vom Kirchturm?


Leserbrief zum Artikel "Mobilfunk auf vom Kirchturm?" Sonntagsblatt Nr. 19

Der Beitrag hat mich erstaunt wegen seiner sublimen Einseitigkeit. Die Zwischenüberschriften suggerieren ein gesundheitliches Gefahrenszenario. Wenn dahinter wenigstens Fragezeichen gesetzt wären! In der Bildunterschrift beruft sich der Autor auf eine "Internationale Gesellschaft für Elektrosmog-Forschung", und am Schluss zitiert er einen Pfarrer in Ruhe, der im Pfarrerblatt auf etwas "hinweise". Aber dieser Pfarrer weist nicht auf etwas hin, sondern behauptet es. Elektrosmog ist nicht viel seriöser als Erdstrahlen oder Geomantie.

Tatsache ist doch, dass es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dafür gibt, dass elektromagnetische Felder des Mobilfunks sich negativ auf die Gesundheit auswirken, wenn die hierfür geltenden Grenzwerte eingehalten werden. Dies hat die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (Drucksache 15/3744) der CDU/CSU-Fraktion geantwortet (Drucksache 15/3906). Sie beruft sich dabei auf Empfehlungen anerkannter unabhängiger internationaler Fachgremien wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht ionisierenden Strahlen (ICNIRP).

Das Institut "Theologie - Technik - Naturwissenschaften", an dem unsere Kirche beteiligt ist, hat in seinem "Forum" vor einiger Zeit aus naturwissenschaftlicher Sicht die Ängste vor "Elektrosmog" als "Gespensterseherei" bezeichnet. Dem ist wohl nichts hinzuzufügen. Es ist nicht Sache der Kirche oder der Theologie, subjektive Ängste zu verstärken, sondern Glauben, Liebe und Hoffnung zu stärken. Darum hätte ich mir im "Sonntagsblatt" einen ausgewogenen Bericht gewünscht. Alle wollen überall mit dem Handy telefonieren. Aber wehe, die dafür notwendige Antenne steht in der Nähe der eigenen Haustür ...

Hartmut Hövelmann, München
Quelle: Evangelisches Sonntagsblatt aus Bayern Nr. 21 vom 29.05.2005


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Wenig Sachwissen


Folgender Leserbrief erreichte unsere Redaktion zum Bericht „Neues Messgerät bestätigt Befürchtungen" (OT vom 5. März, Seite 4):

„Zahlenakrobatik im Grenzwertnebel:
Der Beitrag der Bürgerinitiative Strahlungsarmer Mobilfunk' hat mit seiner Zahlenakrobatik zumindest Unterhaltungswert: Um eine Gefährdungskulisse durch große Messwerte zu präsentieren, redet sie von Millionen Mikrowatt pro Quadratmeter. Wer sein mathematisches Schulwissen nicht ganz vergessen hat, sagt stattdessen einfach Watt pro Quadratmeter. Nur zur Information: Wer in der Sonne steht, ist einer Leistungsdichte von einer Milliarde Mikrowatt pro Quadratmeter oder einem Kilowatt pro Quadratmeter ausgesetzt! Leider bleibt die Bürgerinitiative die Information schuldig, wie und womit sie gemessen hat; sicher war es nicht ein kalibrierter Messempfänger für 10000 Euro aufwärts. Nach dem Bild tippe ich auf eines der bei Mobilfunkgegnern beliebten Geräte von Gigahertz Solutions aus Langenzenn. Diese „Messgeräte" sehen zwar futuristisch aus, liefern aber weder von der Messgenauigkeit noch vom Messprinzip her aussagefähige Ergebnisse.

Mein Vorschlag an die Stadt Lichtenfels ist: Lassen Sie sich von einem vereidigten Sachverständigen für elektromagnetische Verträglichkeit beraten und eine sachgerechte Leistungsdichtemessung vornehmen, eine Liste ist z.B. beim Bayerischen Umweltministerium verfügbar. Für den Fall, dass selbst die Schweizer Vorsorgewerte des Bundesamts für Umwelt, Wald und Landwirtschaft (BUWAL) unterschritten werden (was sehr wahrscheinlich ist), übernimmt die Bürgerinitiative die Kosten des Messeinsatzes.

Die nächste Nebelkerze zündet mit dem Begriff Salzburger Vorsorgewerte: Das sind die Wunschvorstellungen der Salzburger Bürgerinitiative gegen Mobilfunkmasten. Dieser Verein versucht, sich seit Jahren einen amtlichen Anstrich zu geben, verwendete einkopierte Briefköpfe der Stadt Salzburg oder erweckte den Eindruck, dass es sich bei seiner Internetseite um eine offizielle Seite der Stadt Salzburg handelt. Wenn überhaupt, erfährt man nur im Kleingedruckten, von wem die Informationen stammen.

Auch mit der Abstandsdiskussion beweist die Bürgerinitiative, wie wenig Sachwissen zum Thema Antennen und Wellenausbreitung vorhanden ist. Wer sich dazu schlau machen will, findet z.B. beim Schweizer BUWAL super gemachtes und naturwissenschaftlich-technisch exaktes Informationsmaterial.

Der Vernebelungstaktik dritter Teil ist die gebetsmühlenhaft wiederholte Forderung nach dem absoluten Unschädlichkeitsbeweis für elektromagnetische Wellen: Bisher konnte mir noch kein Mobilfunkgegner sagen, wie so ein Beweis aussehen könnte. Vielleicht liegt es am fehlenden mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundwissen, doch eine politische Deutung ist wahrscheinlicher: Solange man nicht sagt, was man will, kann man jedes Untersuchungsergebnis als unzureichend ablehnen, das nicht der eigenen Lieblingstheorie entspricht. Mit immer neuen aus Steuergeldern finanzierten Untersuchungen wird so eine Verzögerung bis in alle Ewigkeit möglich. Diese Vorgehensweise ist ja von anderen Vorfällen aus der Umweltszene bekannt!

Doch ich gehe davon aus, dass die Stadt Lichtenfels einen klaren Kopf behält und sich bei ihrem weiteren Vorgehen von wirklichen Fachleuten beraten lässt."

Dr. Jochen Jirmann, Redwitz
Quelle: Obermain Tagblatt, Lichtenfels vom 10.03.2005


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Lächerliche Sendeleistung


Zum Artikel „Geringerer Grenzwert" vom 24. Januar in der Starnberger SZ und der Würmtal SZ:

Vor einiger Zeit haben wir ein finanziell sehr attraktives Angebot erhalten, eine Mobilfunk-Basistation mit Antenne auf unserem Haus errichten zu lassen. Wir haben es schweren Herzens abgelehnt, um etwaige Problemen mit unseren Nachbarn zu vermeiden. Dem Angebot habe ich entnommen, dass die Sendeleistung einer solchen Mobilfunkstation 20 Watt (in Worten zwanzig Watt!) betragen soll. Das ist derart lächerlich wenig, dass ich persönlich gegen eine solche Antenne selbst neben meinem Schlafzimmer keine Bedenken hätte.

Es sollte doch zu denken geben, dass trotz der nun über ein Jahrzehnt andauernden Diskussion über die Schädlichkeit der Mobilfunkstrahlung kein stichhaltiger Beweis hierfür erbracht worden ist. Andere Strahlungsquellen, denen viele von uns ausgesetzt sind, haben eine viel höhere Intensität, von den Handys am Kopf ganz zu schweigen.

Als Beispiel seien die in jedem Flughafen installierten Rundsuch-Radargeräte mit den kreisenden Antennen unter anderem auf dem Tower genannt. Solche Radargeräte emittieren gepulste Strahlung, deren Intensität mindestens das Tausendfache, wenn nicht Zehntausendfache und mehr der Mobilfunkstrahlung beträgt. Wenn diese gepulste Radar-Strahlung schädliche Wirkungen hätte, müsste im Umkreis des alten Flughafens Riem (der mitten im Wohngebiet lag) und des neuen Flughafens FJS bei Erding sowie bei den dort Beschäftigten gehäuft Krankheiten oder zumindest Beschwerden aufgetreten sein.

Erwähnt sei noch, dass Fernseh-Sender, wie sie auf dem Olympiaturm installiert sind, auch die des digitalen Femsehens, die ebenfalls gepulste Strahlung emittieren, vermutlich eine Leistung von mindestens 100 000 Watt haben.

Wenn keine Wirkungen der Mikrowellenstrahlung feststellbar und messbar sind, dann sind die Grenzwerte offensichtlich willkürlich aus der Luft gegriffen.

Dr. Dietrich v. Bezold, Gauting
Quelle: Süddeutsche Zeitung Starnberg vom 31.01.2005


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Von Mobilfunk-Diskussion nicht verrückt machen lassen

Ich verfolge die in letzter Zeit wieder „anschwellende" Mobilfunk-Diskussion und möchte dazu mit ein paar Denkanstößen bitten, objektiv zu bleiben. Etwa 42% der Bevölkerung sind Raucher, so gut wie jeder von uns hatte schon einen Sonnenbrand, und jeder atmet die Luftverschmutzung mit, von Lösungsmitteln etc. ganz zu schweigen. Aber es soll nur der Mobilfunk schuld sein an steigenden Krebsraten? Schwer nachvollziehbar. Jeder, der sich näher mit Hochfrequenztechnik befasst, kennt die Beziehung, dass Feldstärke exponentiell mit dem Abstand zum Strahler abnimmt, und bei den betrachteten Mobilfunk-Frequenzen die Freiraumdämpfung ohnehin relativ große Werte annimmt. Mit anderen Worten: Jeder, der sich der ach so schädlichen „Strahlung" entziehen möchte, soll sein (meist trotzdem vorhandenes!) Handy ausschalten und er hat praktisch keine Belastung mehr. Was ist es, das die Leute krank macht? Die Strahlung oder die Einbildung?

Oder ganz andere Gründe? Meine Bitte: Jeder sollte mit gesundem Menschenverstand auf diese Thematik reagieren und sich nicht von Experten, die jeder Seite, vor allem den Gegnern, das Wort reden, verrückt machen lassen.

Übrigens: Ein Vogel landet nur deswegen nicht auf einer Mobilfunkantenne, weil sie durch die senkrechte Montage schlicht und ergreifend kaum Platz bietet. Warum wohl nisten Störche auf Kaminen, obwohl diese gespickt sind mit Antennen?

Oliver Nerb, Ingolstadt
Quelle: Donaukurier, Ingolstadt vom 18.12.2004


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Objektivität vermisst


Zu "Mobilfunk erhitzt die Gemüter" in der SZ vom 6. Dezember:

Seit zwei Jahren sammle und verfolge ich die Berichterstattung zur Mobilfunkdiskussion in Wolfratshausen. Was haften blieb, ist Fanatismus, Hysterie, Paranoia, Angst- und Panikmache.

Die Besetzung der Podiumsdiskussion und der veranstaltende Quantenzirkel versprach hier ein anderes Niveau mit mehr Objektivität - doch weit gefehlt: Die Moderatorin Frau Notrud Semmler vom Bayerischen Rundfunk gab schon früh zu erkennen, auf welcher Seite sie steht. Während die Stammtisch-Demagogie von Dr. Scheingraber das Wohlwollen von Frau Semmler und der zahlreich versammelten Anti-Mobilfunk-Glaubensgemeinschaft fand, wurden die äußerst fundierten und sachlichen Beiträge der Biologin vom Bundesamt für Strahlenschutz, Frau Dr. Dehos, von der Moderation bei jeder Gelegenheit attackiert. Kritik ja, aber dann mit gleichen Maßstäben!

Es ist schon traurig, wenn ein manipulierter Zitatenschatz von Dr. Scheingraber ausreicht, Beifall für die Verunglimpfung des deutschen Staatswesens auszulösen und den weltweiten Wissenschaftsbetrieb samt Weltgesundheitsorganisation als korrupt abzustempeln.

Kein kritisches Hinterfragen, ob das Leid vieler Menschen andere Ursachen als Mobilfunk und Schnurlostelefon haben könnte oder vielleicht die Angst Krankheitsauslöser ist, mit der Konsequenz, dass die vermeintlichen „Aufklärer" die wahren Täter wären und den Weg für eine erfolgreiche Therapie versperren. Es gibt viele Beispiele, in denen allein die Antenne, die noch nicht in Betrieb ist, bereits Beschwerden auslöst. Kein Wort auch über Scharlatanerie und Geschäftemacherei mit der Not vieler Menschen.

Schade, die Veranstaltung hätte die Chance gehabt, die Diskussion in Wolfratshausen auf ein anderes Niveau zu heben - übrig blieb Altbekanntes und ein Anschlag auf den gesunden Menschenverstand.

Gisela Wagner, Wolfratshausen
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Bad Tölz vom 09.12.2004


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Unwissenschaftliche Panikmache


Zur Berichterstattung über die Mobilfunkgegner "Wellenbrecher"

Mit zunehmendem Unbehagen verfolge ich die Verlautbarungen und Aktionen des Dorfener Vereins "Wellenbrecher Dorfen"". Mit geradezu missionarischem Eifer versuchen sie, die Dorfener Bevölkerung zu verunsichern. Die Methode ist bekannt: Man nehme ein Thema, bei dem sich kaum jemand auskennt, hantiere mit großen Zahlen und unbekannten Einheiten und schildere schlimme Gefahren, am besten belegt durch die Aussagen eines Instituts oder Professors. Einige Anmerkungen: Die Spanne der Mobilfunk-Kritiker reicht von den esoterischen Sonderlingen (ich habe da einige tolle Links!) bis hin zu Fachleuten mit fundierter wissenschaftlicher Ausbildung. Herr Brönnle spricht gerne von dem Baubiologen beziehungsweise der Baubiologie. Hört sich furchtbar wissenschaftlich an - ist es aber nicht. Baubiologe kann sich jeder nennen, der ohne besondere Vorbildung einen einjährigen Fernkurs absolviert hat.

Interessant wäre nun zu wissen, auf welcher Grundlage diese Baubiologen den "Baubiologischen Richtwert" von 0,000.001 W/m2 festlegen. Erstaunlicherweise ist dieser nämlich um einen Faktor 4,5 Millionen (!) niedriger als der gesetzliche Grenzwert von 4,5 W/m2, den übrigens eine von der EU und WHO offiziell anerkannte Kommission empfiehlt. Ich will jetzt ja keine Grenzwertdiskussion anzetteln. Wenn die "Wellenbrecher" aber von stark erhöhten Werten sprechen, beziehen sie sich auf den extrem niedrigen "Baubiologischen Richtwert". Um diesen Richtwert einzuhalten, müsste man sich mehrere Kilometer von jeder Mobilfunkantenne fern halten. Ist das nun vernünftig oder darf man das schon als Hysterie bezeichnen?

Andererseits sollte man beachten, dass die gemessenen 0,002 W/m2 am geplanten Standort der Grundschule nur ein Zweitausendstel des gesetzlichen Grenzwertes betragen. Man kann deshalb auch durchaus von sehr niedrigen Werten sprechen. Außerdem soll die Belastung der Schüler im Inneren der Schule durch geeignete bauliche Maßnahmen noch weiter reduziert werden. Ich persönlich halte daher einen Boykott-Aufruf für absurd.

Gerne werden von den „Wellenbrechern" auch Studien zitiert, um zu belegen, dass die Schädlichkeit von Mobilfunkwellen bewiesen sei. Dabei ist die Qualität der Arbeit unerheblich, wenn nur das Resultat in das eigene Weltbild passt. Was nicht passt, wird einfach ignoriert. Ein schönes Beispiel ist die umstrittene "Naila-Studie", die eine Erhöhung von Krebserkrankungen in der Nähe einer Mobilfunkantennen belegen soll. Die fachlichen Zweifel an der Aussagekraft der Studie sind immens: Trotzdem wird mit der Studie im Umfeld der „Wellenbrecher" immer wieder argumentiert. Daraus ziehe ich den Schluss, dass es diesen Leuten mit ihren Darstellungen nicht um Aufklärung geht oder um Information zu einem sehr sensiblen Thema, sondern in erster Linie um Manipulation und Panikmache.

Robert Semerad, Physiker, Armstorf
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Erding vom 09.12.2004


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Es fehlt an Substanz


Christian Deutschländer: "Krebs durch Handys: Deutschland sucht die Angststudie";
Blickpunkte vom 14.Oktober


Für die Jüngerschaft der Mobilfunkgegner und 'Elektrosensiblen' erscheint die 'Naila-Studie' als Lichtblick, da sie lange ersehnte Belege für die so viel beschworenen schädlichen Wirkungen der Handystrahlen zu liefern scheint. Für die Netzbetreiber kommt sie ungelegen und könnte sich zu einem Alptraum entwickeln, der den planmäßigen Aufbau der Netze beeinträchtigt. Letzteres hatten die Initiatoren der 'Studie' mit ihrer Demagogie wohl auch im Sinn.

Aber es kommt möglicherweise ganz anders.
Allmählich tritt zu Tage, was Experten schon seit längerem vermuten: Dem Machwerk der Nailaer Ärzte fehlt es an Substanz. Das zeigt bereits eine einfache Plausibilitätsprüfung. Extrapoliert man die behaupteten Zahlen auf ganz Deutschland, dann müsste die bundesweite Krebsstatistik schon längst aus allen Fugen geraten sein, da mehr als 12 Millionen Menschen in weniger als 400 Metern Distanz zu einem der 40 000 Mobilfunkmasten in diesem Land leben.

Der große Medienrummel mit dem die 'Naila-Studie' im Sommer lanciert wurde, wird ihren Verfassern jetzt zum Verhängnis. Denn Behörden und Politiker sehen sich dadurch gezwungen, zu der behaupteten Krebsgefahr durch Handymasten Stellung zu nehmen, und sie lassen in ihren Bemühungen nicht mehr locker, Belege und Fakten dafür einzufordern. Diese können oder wollen die Ärzte aber nicht liefern. Stattdessen verweisen sie auf eine Präsentation in Bamberg, auf die wir vielleicht bis zum St. Nimmerleinstag werden warten müssen.

Klaus Grieninger, 90574 Roßtal
Quelle: Münchner Merkur vom 19.10.2004


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Nicht jedem "Verwirrspiel" Glauben schenken


Christian Deutschländer: "Verwirrspiel um angebliche Krebsstudie";
Blickpunkte vom 31. Juli/1. August


"'Elektrosmog' hätte gute Chancen, Unwort des Jahres zu werden. Zumindest eine Voraussetzung hierfür erfüllt der Begriff ohne Zweifel: Er fällt in letzter Zeit immer häufiger besonders negativ auf. Die kürzlich vorgestellte und schon jetzt heiß diskutierte Nailaer Studie zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunkanlagen hat erneut Öl ins Feuer gegossen. So viele Studien es gibt, genauso viele unterschiedliche Meinungen kursieren auch in der Öffentlichkeit und in den Medien.

Beweise für die Schädlichkeit von elektromagnetischer Strahlung durch Mobilfunk scheinen ebenso in Hülle und Fülle vorhanden zu sein wie solche, die genau das Gegenteil belegen. Für uns Laien - und sind wir auch noch so sehr an der Thematik interessiert - wird es immer schwerer, den Überblick zu bewahren und sich aufgrund der Äußerungen von Fachleuten oder derer, die sich dafür halten, ein Urteil zu bilden. Die Auswertung sämtlicher Studien - auch der von Naila - sollten wir besser denen überlassen, die sich mit der Materie auskennen, sprich dem Gesundheitsministerium oder anderen anerkannten Instituten und Fachgremien. Bis eine solche Bewertung stattgefunden hat, sollten wir nicht jedem 'Verwirrspiel' und jeder Panikmache Glauben schenken."

Alexandra Schmidhuber, 80805 München
Quelle: Münchner Merkur vom 14.08.2004


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Spiel mit der Angst


Christian Deutschländer: "Verwirrspiel um angebliche Krebsstudie";
Blickpunkte vom 31. Juli/1. August


"Vielen Dank für Ihren objektiven Artikel. Ich stelle schon seit längerer Zeit fest, dass mehrere Interessengruppen am Geschäft mit dem Mobilfunk interessiert sind. Zum einen die Mobilfunkbetreiber. Zum anderen der Staat und die Kommunen, die den Gewerbetreibenden wohl eine perfekte Infrastruktur ermöglichen wollen. Des Weiteren die Medien, die immer gerne über dieses Thema berichten. Aber da sind auch noch die so genannten Aufklärer, angebliche Wissenschaftler, Umweltmediziner oder auch lokale Politiker, die aus der Angst der Bevölkerung vor neuen Technologien Kapital schlagen.

Die einen sammeln mit dem Thema Wählerstimmen, die anderen verkaufen sich und ihre Vorträge auf vielen Veranstaltungen. In Naila scheint sich die Interessensgruppe um ein Ärzteteam erweitert zu haben. Hausärzte haben in ihrer Studie signifikante Ergebnisse erbracht, mit welchem Ziel? Geschäftliche Interessen? Möchte sich in Naila ein Hausarzt als Wissenschaftler ins Gespräch bringen? Oder geht es nur darum, Lokalpolitikern den Rücken zu stärken? Mir ist es egal, was das Ärzteteam um Horst Eger erreichen wollte, mir ist aber nicht egal, dass hier mit der Angst der Menschen gespielt wird."

Jenny Goldack, 81379 München
Quelle: Münchner Merkur vom 12.08.2004


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Sachverstand contra Elektrosmog-Hysterie

Als Reaktion auf den Leserbrief "Verdacht auf parteipolitische Kungelei" (Obermain-Tagblatt, 2. August, Seite 7) erreichte die Redaktion folgende Meinungsäußerung:

"Die Elektrosmog-Hysterie begleitet die Nachrichtentechnik offenbar seit Beginn, wie im Buch 'Weitverkehr' von Michael Geistbeck, Erscheinungsjahr 1895, nachzulesen ist:

'Als im Jahre 1848 eine elektromagnetische (Telegraphen-)Linie von Hamburg nach Cuxhaven im Bau begriffen war, legten die Bewohner vieler Ortschaften im Hannöverschen, durch deren Gemarkungen dieselbe ging, bei der Behörde und in öffentlichen Blättern gegen die Durchführung Protest ein, da der Telegraph einen nachteiligen Einfluß auf das Gedeihen der Feldfrüchte ausübe; die Drähte zögen, behaupteten die Bauern, bei aufkommenden Gewittern die Elektricität in solchem Grade an, dass sich die Gewitterwolken des fruchtbringenden Regens nicht entladen könnten, die Pflanzen notwendig verdorren müßten und nicht bloß ihr Eigentum, sondern ihr Leben werde gefährdet, indem die Drähte den Blitz pötzlich anzögen und nicht stark genug wären, selbigen fortzuführen.

Auch unterließen sie nicht, einfließen zu lassen, dass sie, die Bauern, eigentlich die kompetentesten Beurteiler in derartigen Fragen seien; denn sie allein hätten von der Gesetzen der Natur infolge der täglichen Anschauung einen klaren, gesunden Begriff.

Und als am 18. Juli 1849 bei dem Dorfe Warstade ein in der Nähe der Telegraphenlinie befindliches Bauernhaus vom Blitzstrahle entzündet wurde, konnte man die Bewohner nur mit Mühe davon abhalten, die Telegraphenmasten umzuhauen. Die Telegraphenlinie mußte aber, soweit sie durch das Dorf lief, verlegt werden. Es sind dies Vorkommnisse, wie sie auch noch später sich zutrugen.'

Das Ganze könnte auch heute geschrieben sein, wenn man statt Telegraphenmasten Mobilfunkmasten setzt. So gesehen hat der Bauausschuss der Stadt Lichtenfels in der Zeit beispielloser Elektrosmog-Hysterie einen höchst erfreulichen Sachverstand bewiesen: Ein hoher 60-Meter-Antennenmast weit vom Ort liefert mit vernünftigem Aufwand die geringstmögliche Leistungsdichte im Ort bei gleichzeitig brauchbarem Versorgungsgebiet. Auf Grund ähnlicher Fälle ist zu erwarten, dass die Feldstärke der Mobilfunksender in Buch weit geringer als die mit viel höherer Leistung arbeitenden Rundfunk- und Fensehsender ist.

Ergo müsste sich die Bürgerinitiative gegen Elektrosmog in Buch zuerst für deren Abschaltung stark machen, aber vermutete Krebsgefahr hin oder her: Mit stummem Radio und finsterer Flimmerkiste sind die Tage verdammt langweilig!

Sicher kann man (wie vom Stadtrat Naila gefordert) die Leistungsdichten der Mobilfunksender auf ein Millionstel des heutigen Wertes reduzieren und immer noch drahtlos telefonieren - bei freier Sicht fast 50 Meter weit. Dann brauchen wir an jedem zweiten Haus eine Basisstation, und außerhalb des Ortes geht gar nichts mehr ...

Apropos Bamberger Mobilfunk-Appell und Ärzte-Studie in Naila: hier werden pure Vermutungen in reißerischem Stil als bewiesene Tatsachen hingestellt und immer neue Beweise für die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Mobilfunks gefordert; eine Vorstellung, wie denn der aus ihrer Sicht akzeptable Beweis aussehen könnte, haben die genannten Mediziner nicht. Selbst die Befürworter der Nailaer Ärzte-Studie haben im Internet inzwischen vorsichtig ihre Bedenken bezüglich der zu geringen Fallzahlen geäußert und darauf hingewiesen, dass andere Einflußfaktoren außer dem Mobilfunksender nicht untersucht wurden.

Wie leicht man sich per medizinischer Statistik ein Eigentor schießen kann, haben zum Beispiel vor einigen Jahren deutsche Elektrosmog-Experten vorgemacht: in den USA wurde in der Nähe von Eisenbahnlinien eine erhöhte Krebsrate festgestellt. Sofort war darauf der Beweis geschnitzt, dass die von den Fahrleitungen ausgehenden elektromagnetischen Felder krebserzeugend sind.

Die Autoren hatten nur übersehen, dass in den USA überwiegend mit Dieseltraktion gefahren wird!

Zum Abschluß eine ketzerische Frage: Wie viele Mitglieder der Bucher Bürgerinitiative benutzen ein Mobiltelefon?

Zumindest eine 'aktive' Rufnummer habe ich per Zufall entdeckt!"

Dr. Jochen Jirmann, Redwitz
Quelle: Nordbayerischer Kurier, Bayreuth vom 07.08.2004


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Verlogene Diskussion um Handymasten im Berchtesgadener Land


Seit geraumer Zeit verfolge ich die Debatten um die Aufstellung von Handymasten in Schönau am Königssee, Markt Berchtesgaden oder Bischofswiesen. Mit ungläubigem Kopfschütteln Iese ich die Argumente der Gegner, registriere die Profilierungssucht vieler Lokalpolitiker und wundere mich über die gepflegte naturwissenschaftliche Unkenntnis.

Alle Diskutanten wurden eingehend darüber informiert, dass die elektromagnetische Strahlung mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt. Misst man die Strahlungsintensität (zirka 5 Watt direkt am Sender) in 200 Meter im Vergleich zu 10 Meter Entfernung zur Emissionsquelle, dann beträgt sie nur noch ein Vierhundertstel. So ergeben sich auch die Werte, die in der Bischofswieser Gemeinderatssitzung bekanntgegeben wurden und die fern jeder biologischen Wirksamkeit liegen werden.

Wer sich den Fakten immer noch verschließt und den Teufel an die Wand malt, der möge doch zuerst einmal alle Strahlungsquellen aus seinem Haushalt entfernen: Fernseher, Computerbildschirm, schnurlose Telefone, Mikrowelle, hinter dem Bettkopfteil verlegte Kabel und so weiter. Natürlich auch die Handys von Papi, Mami und den Kindern (bis zu 2 Watt am Kopf). Senkt doch einfach die Nachfrage nach Strahlung auf Null. Ach, das geht nicht so einfach? Wir brauchen die Geräte doch, weil ... 1000 Gründe finden sich.

All die genannten Geräte und mehr liefern wesentlich mehr Strahlungsmüll als ein Handymast in 200 Meter Entfernung. Siehst du, lieber Leser, die Teufel, die du riefst, wirst du nicht mehr los. Gehe lieber bewusster damit um.

Und jeder Politiker, der trotz guter Informationen und besseren Wissens gegen diese »Teufel« lamentiert und demonstriert, schielt letztendlich nur nach Wählerstimmen. Die Betreibergesellschaften befriedigen nur die bestehende (auch des Lesers) Nachfrage. Die Verlogenheit dieser Diskussionen, die Naturwissenschaft, die Nachfrage nach der Strahlungsnutzung und die Rechtslage können mit Sicherheit keinen einzigen Masten verhindern.

Peter Schroeder, Ludwig-Ganghofer-Straße 31, Berchtesgaden
Quelle: Traunsteiner Tagblatt vom 07.08.2004


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Wirkmechanismus belegen

zu dem Beitrag "Gesundheitliche Auswirkungen hochfrequenter Strahlenexposition" in Heft 42/2003

Es war Zeit für einen Beitrag zu diesem kontrovers diskutierten Thema. Der Verdacht und die Hypothese, dass Mikrowellenstrahlung im Intensitätsbereich von Handynutzung und Sendeantennen schädlich sein könnte, dürfte aus dem Analogieschluß Strahlung gleich Schädigung ohne Berücksichtigung der jeweiligen Energie und Intensität entstanden sein. Die Wirkungen und Wirkungsmechanismen von hochenergetischen Strahlungen (unter anderem Radioaktivität, Röntgen) sind hinreichend bekannt und untersucht. Vom Bereich dieser Strahlung nimmt die auf biologisches Substrat übertragbare Energie über die von UV, sichtbarem Licht und Infrarotstrahlung um viele Zehnerpotenzen ab. Auch hier sind die mit abnehmender Energie auftretenden abnehmenden Wirkungen und Mechanismen gut dokumentiert. Im darunter liegenden Energiebereich der Mikrowellenstrahlung (Handystrahlung) ist bei hoher Intensität eine Erwärmung mit den im Beitrag erwähnten geringen biologischen Wirkungen physikalisch zu erwarten und gemessen worden. Bisher fehlen übereinstimmende hochsignifikante statistische/epidemiologische Korrelationen. Diese müssten mit sorgfältigen Kontrollversuchen abgesichert werden. Selbst dann ist ein direkter kausaler Zusammenhang erst nach dem Aufzeigen eines Wirkungsmechanismus belegt. Sonst ist die ganze Diskussion eine Sache des Glaubens (vergleiche zum Beispiel "Erdstrahlen").

Prof. em. Dr. med. Helmut Kammermeier, Physiologisches Institut der RWTH Aachen, 51564 Kaarst
Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Heft 19 vom 07.05.2004


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Es wird nur die Angst geschürt

Zur Berichterstattung zur Mobilfunkantenne in Dorfen:

Über 100 Bürger sind zum Bluttest gegangen, um die gesundheitlichen Folgen der Mobilfunkantenne dokumentieren zu können. Das ist ein Prozent der Dorfener Bevölkerung. Ich frage mich, ob die anderen 99 Prozent sich einer Gefahr nicht bewusst sind oder sich einfach nur nicht verrückt machen lassen.
Ich gehöre zu Letzteren. Ich kann diese größtenteils emotional und nicht rationell geführte Debatte langsam nicht mehr hören, in der nur noch die Angst geschürt wird. Wenn jemand ohne technische Geräte wie Mikrowellenherd, Schnurlostelefon, Computer, Fernsehen etc. leben will, um Strahlung im häuslichen Bereich aus dem Weg zu gehen, ist das seine Entscheidung. Aber ich werde mir nicht ein schlechtes Gewissen einreden lassen, meinem Kind ein Mobiltelefon mitzugeben, wenn es allein unterwegs ist.
Ich habe mehr Sorgen, dass meinen Kindern auf einem Schulhof Drogen angeboten werden oder sie in Cliquen geraten, in denen Alkoholkonsum für cool gehalten wird, als dass sie durch eine Mobilfunkantenne irreparabel verstrahlt werden.

Andreas Lotzing, Dorfen
Quelle: Süddeutsche Zeitung München vom 31.03.04


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Elektrosmog

Falscher Zauber unter dem Namen der Charité

Berlin - Die Charité hat Strafanzeige gegen einen unbekannten Mann gestellt, der sich fälschlicherweise als Mitarbeiter des Uniklinikums ausgibt und Bettauflagen verkauft. Die Auflagen, die er bei Kaffeefahrten für bis zu 745 Euro pro Stück verkauft, sollen angeblich Titaniumcarbonat enthalten und gegen Elektrosmog wirken. Der Verkäufer behauptet, die Matten in einem Strahlenlabor der Charité entwickelt zu haben. Zeugen haben von Verkaufsveranstaltungen im Raum Oldenburg und bei Freiberg an der tschechischen Grenze berichtet.

Die Pressesprecherin der Charité Kerstin Ullrich, stellt klar: "Es gibt an der Charité kein Projekt, bei dem Matten aus Titaniumcarbon hergestellt werden, die Elektrosmog abhalten sollen. Mitarbeiter der Charité sind generell nicht berechtigt, eine Kaffeefahrt zu organisieren und dort um Namen ihres Arbeitsgebers Produkte zu verkaufen."

Quelle: Medical Tribune Ausgabe 04/9 vom 27.02.04

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Ein unmöglicher Beweis

Grundsatz-Urteil zum Mobilfunk

Früher brauchte es Gartenzwerge, tägliches Grillen und nächtliches Hupen, um das Klima in der Siedlung nachhaltig zu vergiften. Heute genügt eine hässliche Antenne. Mobilfunkanlagen auf den Dächern sind Alltag und Ärgernis in deutschen Städten. Das sende-freundliche Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs wird daran nichts ändern.

Die Anlagen sind hinzunehmen, solange keine Gesundheitsgefährdung bewiesen ist - so urteilen die Karlsruher Richter. Auf den ersten Blick erscheint der Richterspruch paradox. Warum erlaubt der Staat leichtfertig den Betrieb von Anlagen, deren Unbedenklichkeit nicht erwiesen ist?

Wenn es nur so einfach wäre. Der Beweis der Unschädlichkeit ist in der Praxis kaum zu erbringen. Seriöse Nachweise über gesundheitliche Schäden liegen aber auch nicht vor. Das ist das Problem der nie endenden Diskussion über Mobilfunk. Der Staat begegnete dieser Ungewissheit mit Grenzwerten für die Sender. Die Höchstwerte sind willkürlich, aber im Sinne der Bürger deutlich strenger als in anderen Ländern. Dieses Vorgehen bestätigen die Richter.

Anwohner, die um ihre Gesundheit fürchten, sind damit nicht zu beruhigen. Nur objektive Information über die Technik und transparente Standortwahl der Sender können beitragen, die mitunter verständlichen Sorgen zu mindern.

Vielleicht hilft es auch, über ein ganz menschliches Grundproblem der ewigen Mobilfunk-Debatte nachzudenken. Gut 70 Prozent der Deutschen, Greise und Säuglinge eingerechnet, besitzen ein Handy. Jeder will überall telefonieren können, aber keiner eine Sendeanlage in der Nähe haben. Das kann kaum funktionieren.

Christian Deutschländer
Quelle: Münchner Merkur vom 14.02.04


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Von Mobilfunk und Betonwerken

Zum Artikel "Untergrieser machen gegen T-Mobile mobil", im Tölzer Kurier vom 7. Januar:

"Wieso diese Aufregung in Gaißach? Erst vor kurzem genehmigte der Gemeinderat dort ein Betonwerk in direkter Nähe zum Wohngebiet der Tölzer Karwendelsiedlung. Die Proteste und Bedenken der Siedler wurden damals mit folgenden Argumenten entkräftet: Beim Lärm- und Staubschutz werden sämtliche vorgeschriebenen Werte eingehalten: jeder braucht Beton und es werden dadurch Arbeitsplätze gesichert.

Wie ist das nun beim Mobilfunk? Auch hier werden alle vorgeschriebenen Strahlen-Grenzwerte eingehalten; die Zahl der Handy-Benutzer steigt stetig; und UMTS sichert auch viele Arbeitsplätze in Deutschland.

Vermutlich hätte es keine Proteste seitens der Gaißacher gegeben, wäre der Sendemast am Gelände des Betonwerkes aufgestellt worden. Wenn es den Gaißacher Bürgern mit ihrem Protest wirklich ernst ist, sollten doch alle ihr Handy zurückgeben - und Gaißach zur mobilfunkfreien Zone erklären."

Nikolaus Öttl jun., Bad Tölz
nikolaus.oettl @ tiscali.de
Quelle: Münchner Merkur vom 13.01.04


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Jeder hat ein Handy, keiner will Mobilfunk

zum Artikel "Wellenbrecher sagen Mobilfunk den Kampf an" vom Mittwoch, 7. Januar:

"Das andauernde Gezeter um die Mobilfunkanlage auf dem Dach des ESC-Gebäudes kann ich nun wirklich nicht mehr nachvollziehen. Auf der einen Seite haben immer mehr und immer jüngere 'Schul'-Kinder ein eigenes Handy, andererseits wehrt man sich vehement gegen die Errichtung einer Mobilfunkanlage. Es kann doch letzendlich egal sein, ob ein Hirntumor auf das Handy oder auf den Sendmasten zurückzuführen ist, oder meinen Sie nicht auch?"

Ulrich Schlegel, Taufkirchen
Quelle: Münchner Merkur vom 08.01.04


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Hightech in der Diskussion: Zu viel, zu wenig oder besser gar nicht?

Leserbriefe vom 28. Oktober 2003

"Das Handyverbot wackelt" (AZ 15.10.)

High-Techn-City München: Man ist stolz hier in München auf diesen Begriff.

Ich frage mich, was sich die vielen, auch ausländischen, Besucher denken, wenn sie sich mit Geschäftspartnern verabreden möchten und feststellen, dass man in München in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht telefonieren kann, weil es verboten ist oder weil die Infrastruktur nicht vorhanden ist.

High-Tech-City München, in welchem Jahrzehnt war das eigentlich?
Johann Ziegltrum, Wolfersdorf

"Handys machen Schüler dumm" (AZ 8.10.)
Ich finde es erstaunlich, wie Politiker (ebenfalls Topmanager) versuchen, für Fehler und Versäumnisse Ausreden und Schuldige zu finden. Eine Gesellschaftskrankheit?

Die Behauptung, dass die Dauerbestrahlung durch Handys Grund für die schwachen Schulleistungen (PISA) ist politisch gesehen verständlich (die Suche nach dem Schuldingen) aber kann nicht der (Wahnsinns-) Grund sein.

Handys sind für finnische Schüler im Schulalltag nicht wegzudenken und diese stehen lt. Pisa gut da.
Ronald Saller, Ottobrunn, per E-Mail

Quelle: Abendzeitung München vom 28.10.03


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Rundfunk arbeitet mit höherer Leistung

"Forscher: Mobilfunk könnte Zellen schädigen"; Seite 1 vom 7. August, und
"Mobilfunk ist Eingriff in die Privatsphäre"; Leserbriefe vom 25. August


„Herr Uwe Trahn zitiert in seinem Leserbrief leider eine Falschmeldung. In Spanien wurden keine 2000 Mobilfunksender gerichtlich verboten und auch nicht stillgelegt. Diese Falschmeldung wurde zum ersten Mal von Schweizer Mobifunkgegnern veröffentlicht und wurde seitdem von vielen Bürgerinitiativen ohne weitere Überprüfung kopiert.

Dabei sieht man auch, wie andere Details der urprünglichen Falschmeldung immer mehr gesteigert werden, zum Beispiel, dass weitere Stilllegungen angeordnet beziehungsweise verhandelt werden, nämlich 5000, dann 5500 und im Leserbrief von Herrn Trahn schon 6000. Es wäre auch geradezu grotesk, wenn ein Gericht gemäß Artikel 13 des Grundgesetzes argumentiert und elektromagnetische Wellen aus Häusern und Wohnungen verbannen will. Dann sind zuerst alle Rundfunk- und Fernsehsender abzuschalten, da die mit der tausendfachen Leistung im Vergleich zum Mobilfunk in meine Wohnung strahlen.

Somit ist auch die GEZ-Gebühr verfassungswidrig, weil ich die zwangsweise bezahlte Leistung `Rundfunk´ dann nicht mehr frei empfangen kann. Die Mobilfunkgegner sollten mit vernünftigen Argumenten in die Diskussion gehen und Fakten benutzen. Fälschungen und irrwitzige Argumentation bringen nichts und führen nur zu einer verhärteten Konfrontation."

Markus Ziesler, 82538 Geretsried
Quelle: Münchner Merkur vom 27.08.03


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„Panik erzeugen?"

Betreff: Leserbriefe zum Thema Mobilfunk in den Ausgaben des Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur der vergangenen Woche.

Ich frage mich wie, was und wo diese Personen der Initiativgruppe gegen Elektrosmog leben. Es gibt keinen Platz auf der Welt der ganz frei ist von Errungenschaften der Zivilisation. In diesem kurzem Augenblick sausen durch meine Wohnung unzählige Elektro-, Radio-, Mikro- und Femsehwellen. Was weiß ich, wie viele schnurlose Telefone in der Nachbarschaft gerade pulsen, wie viele Computer gerade über Funk kontakten. Ich lebe auf dem Land und empfinde das Mobiltelefon als positiv. Viele unnütze Wege hat es uns schon erspart. Viel Hilfe konnten wir schon ohne großen Zeitaufwand geben. Aber von meiner Wohnung aus geht es nicht problemlos. Denn ein Handy muss, wenn ein großer Antennenabstand besteht, die vielfache Leistung aufbringen, nur um den Kontakt zur Antenne zu finden und zu halten. Bekanntlich pulst ein Handy mit geringerer Leistung, wenn die Antennen im kurzen Abstand ständen.

Ich begreife die Beweggründe der Mobilfunk-Gegner nicht. Interessiert diese meine Gesundheit? Wollen sie Panik erzeugen? Haben sie eine akzeptable Alternative? Nur einseitig meckern und dann keine Lösung haben, das nervt enorm. Ich denke, Mobilfunkgegner, Nichtraucher und Knoblauchesser haben ein gemeinsames Problem, es macht um einen sehr einsam.

Uwe Schulz, Schwaigwall 6, 82538 Geretsried
Quelle: Münchner Merkur vom 11.08.03


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Niedrigere Grenzwerte - mehr Antennenmasten

Zum Leserbrief "Gefahren verharmlost" (16.7.):

Unterhalb der gültigen Grenzwerte ist Mobilfunk unschädlich - so internationale Experten, gestützt auf über 25 000 wissenschaftlichen Arbeiten. In Dänemark zum Beispiel erkrankten von 420 000 langjährigen Handy-Nutzern zehn Prozent weniger an Krebs als in einer Vergleichsgruppe, die kein Handy besaß. Und Langzeitwirkungen? Seit Beginn der Funktechnik hat sich die Lebenserwartung verdoppelt.

Menschen neigen dazu, das zu erfahren, was sie - auch unbewusst - erwarten. Und so schlafen, dank Placebo-Effekt, viele besser, wenn sie das Zimmer freischalten oder ihr Handy ausmachen. Aber sie schlafen genau so gut, wenn sie nur glauben, der Strom sei abgeschaltet, auch wenn er es nicht ist. Umgekehrt: Wer glaubt, schädlichen Faktoren ausgesetzt zu sein, kann allein aus Angst organisch erkranken.

Beispiel: Die Basisstation in Amberg, Reichstraße 12.
Ende 1998 aufgestellt, erfolgten sogleich Klagen über Seh- und Schlafstörungen. Sendebetrieb begann aber erst im April 1999. Senkte man die Grenzwerte weiter, brauchte man mehr Antennen-Masten, die die Angst steigern, weil man sie dann allerorts vor Augen hat. Noch mehr Menschen würden sich geschädigt fühlen. Ich halte es für unverantwortlich, Angst zu verbreiten vor etwas, dessen Schadwirkung wissenschaftlich unbelegt ist. "Elektro-Smog ist ein Elektro-Spuk - allein die Angst davor macht krank," so Professor Dr. med. P. Kröling, Universität München. In Deutschland gehen täglich Zehntausende von Notrufen via Handy ein. Kaum zu überschätzen, wie viele Menschen dank verkürzter Rettungszeiten überleben. Schädlich sind nicht die Sender, sondern die "Sendelöcher", die Hilferufe verhindern. In Deutschland gab es 1997 etwa 10 000 "EIektrosensible", die an Gesundheitsstörungen litten. In England, Finnland, Italien, Österreich waren solche Fälle kaum bekannt. Reagiert man dort weniger hysterisch?

Dr. habil. Rainer Wolf, 97074 Würzburg
Quelle: Mainpost Würzburg vom 02.08.03


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Hat Gemeinde zu viel Geld?

"Mobilfunkgegner setzen Geschäftsleuten zu" vom 4. Juni

Was soll man nun davon halten? Ist es übertriebene Angst oder Hysterie? Ist es Dummheit oder nur Gschaftlhuberei? Oder ist es von allem a bisserl was? Da wird auf einem Haus in der Seestraße ein Mobilfunk-Mast errichtet und sofort gründet sich eine Bürgerinitiative. Diese veranstaltet vor dem Haus eine Demonstration und stellt neben dem Haus ein Plakat auf: "Vorsicht Lebensgefahr". Dass dadurch dem Betreiber des Geschäftes, einem jungen Handwerksmeister, ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entsteht, interessiert nicht.

Darin wird der Gemeinderat gedrängt, ein Gutachten in Auftrag zu geben, wo in Herrsching gefahrlos Mobilfunk-Masten errichtet werden können. Kosten hierfür 30 000 bis 45 000 Euro. Danach (man beachte die Reihenfolge) ergeben Messungen des TÜV dass weder für den Kindergarten noch für die benachbarte Schindlbeck-Klinik noch für die Nachbarn irgendwelche Gefahren von der Antenne ausgehen, weil die Strahlenbelastung weit unter den Grenzwerten liegt, sogar noch erheblich unter den wesentlich geringeren so genannten Salzburger Werten.

Wenn schon die Antenne an dieser angeblich so gefährlichen Stelle unbedenklich ist, bedarf es doch keines teuren Gutachtens, um geeignete Stellen für Mobilfunk-Masten zu finden. Zumindest hätte das Ergebnis der Messung des TÜV Süddeutschland vom 23. April abgewartet werden müssen.

Dem unbefangenen Bürger kommt da schon der Verdacht: Entweder hat die Gemeinde entgegen ihrer Behauptung doch noch zu viel Geld, oder eine Mehrheit des Gemeinderates einschließlich Bürgermeisterin wirft das wenige Geld für Dinge zum Fenster hinaus, die so überflüssig sind wie ein Kropf.

Ernst Brack sen., Herrsching
Quelle: Münchner Merkur, Starnberg vom 06.06.2003


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Das Schweigen der Kitzinger

Kommentar zur Mobilfunk-Debatte

Mobilfunk ist ein umstrittenes Thema, bei dem sich Gegner und Befürworter die Köpfe heiß reden — so hört man für gewöhnlich. Aber wo sind diese Menschen in Kitzingen? Bei der Bürgerversammlung am Montagabend waren die Stuhlreihen in der Alten Synagoge mehr als dürftig besetzt. Nur knappe 30 Interessierte wollten hören, wie schädlich Mobilfunk sein kann und an welchen Plätzen Kitzingen sendet und strahlt.

Gut — 30 Menschen reichen aus, wenn sie auf die Barrikaden gehen, vehement Position beziehen und ihre Meinung kundtun. Wer an diesem Abend auf Wortgefechte hoffte, wartete vergebens. Nachdem der Baubiologe Dr. Dietrich Moldan seine Messungen vorgestellt und Stadtplaner Klaus Lepelmann neue Standorte angedeutet hatte, herrschte — Ruhe. Kein Sturm der Entrüstung über die Zunahme von Sendeanlagen. Keine klagenden Eltern, die sich über die Strahlenbelastung im Bereich von Kindergärten beschweren. Nichts. Außer zwei zaghaften Fragen nur Schweigen.

"Wir müssen die Bürger schützen." Dieser Satz fällt häufig im Stadtrat, wenn es um Mobilfunk-Standorte geht. Wo waren die Bürger am Montagabend? Brauchen sie gar keinen Schutz? Wird hier ein Thema hochgespielt, das schon gar kein Gesprächsstoff mehr ist? Oder haben die Bürger schon resigniert, weil sie begriffen haben, dass eine Kommune kaum etwas gegen die Mobilfunk-Betreiber ausrichten kann?

Offenkundig beschäftigt der Mobilfunk die Menschen weniger als vermutet. Denkt man an die Vielzahl der Handy-Nutzer, überrascht das nicht. An der Uhrzeit (18.30 Uhr) kann die Versammlung nicht gescheitert sein, denn wer sich ernsthaft interessiert, findet Zeit. Fazit des Abends: Die Stadt hat ihrer Pflicht Genüge getan. Wer sich jetzt über mangelnde Informationspolitik aufregt, hat keinen Grund.

Birgit Kohlert
Quelle: Die Kitzinger vom 09.04.2003


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Freuen kann sich keiner

Kommentar zum Thema Bürgerentscheid

Der Mobilfunk ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits besitzen Millionen Deutsche ein Handy und nutzen die Vorteile und Bequemlichkeiten dieser doch noch recht jungen Technologie. Auf der anderen Seite gehen Menschen auf die Barrikaden, wenn es um die Errichtung von Mobilfunkmasten in ihrer Nähe geht. Sie fürchten sich vor den Auswirkungen der Strahlen, die von diesen Masten ausgehen, befürchten gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Auch in Mainleus, wo gestern der Bürgerentscheid über die Errichtung von Mobilfünkmasten stattfand (siehe "Mobilfunk - kritisch fehlte ein Prozent"), wurde im Vorfeld von den Initiatoren des Bürgerbegehrens eindringlich vor Krankheiten durch Handy-Strahlen gewarnt. Wochenlang machten die Gegner mobil, führten Informationsveranstaltungen und Podiumsdiskussionen durch.

Offensichtlich ohne Erfolg. Dem Bürgerbegehren "Mobilfunk - kritisch" gelang es gestern nicht, die Leute zu mobilisieren. Die Wahlbeteiligung lag bei miserablen 31 Prozent. Auch wenn Günter Binger die 1008 Stimmen für das Bürgerbegehren als Erfolg wertete, so erlitt der Zusammenschluss der Strahlungs-Gegner eine herbe Niederlage. Aber Bürgermeister Werner Grampp konnte sich ebenfalls nicht freuen, denn auch das Ratsbegehren wurde abgestraft. Nur 660 Wähler unterstützten den Gemeinderat mit seinem Begehren.

Was beim Betrachten der Stimmbezirke auffällt: In den Ortschaften, die sich in der Nähe des geplanten Funkmasts bei Schwarzach befinden, war die Beteiligung erwartungsgemäß am größten. Aber selbst in Schwarzach gingen nur knapp 50 Prozent zur Urne. Ein Grund dafür mag sein, dass viele die Sendemasten nicht als Bedrohung sehen oder sich dem Fortschritt nicht verschließen wollen.

Wie auch immer: Das einzige was beim ersten Mainleuser Bürgerentscheid herausgekommen ist, sind Kosten: nämlich 14000 Euro.

Jürgen Gärnter
Quelle: Bayerische Rundschau Kulmbach vom 07.04.2003


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"Werbeschau?"

Ein Besucher der Informationsveranstaltung des Bundes Naturschutz über Mobilfunk schreibt uns diesen Leserbrief:

Für mich als Mitarbeiter von T-Mobile war der Vortrag "interessant", ich weiß bloß nicht, was Frau Krause damit bezwecken wollte. War es eine Werbeveranstaltung für die „ANBUS e. V.", hinter der in Wirklichkeit die Firma "ANBUS Analytik GmbH" mit ihrem Geschäftsführer Uwe Münzenberg (der mit dem Wohnmobil) steckt? Kosten der Messung für ein Haus: 625 Euro, oder erster Messpunkt 280 Euro, jeder weitere 75 Euro.

Die langwierige "Diaschau" der Mobilfunkantennen brachte zum eigentlichen Thema so gut wie nichts. Als es dann zum "Eingemachten", dem eigentlichen Thema kam, nur einseitige Informationen von den Intemetseiten der "Bürgerwelle". Diese arbeitet mittlerweile mit "0190" beziehungsweise "Dialern", um teils uralte "Informationen" zu verkaufen. Als Essenz der Veranstaltung kam bei mir rüber: Es ist alles gefährlich, daher muss gemessen werden. Grenzwerte, ab denen keine Gefahr mehr lauert, haben wir selbst nicht. Welch technischer Schwachsinn verbreitet wird, zeigt der angebliche "neue Salzburger Grenzwert" von einem Mikrowatt pro Quadratmeter:

Der Fernsehsender Schwabach, der eine Strahlungsleistung von 500.000 Watt hat, würde eine "Schutzzone" von über 200 Kilometern benötigen. Das heißt in einem Umkreis von (theoretisch) 200 Kilometern um den Fernsehsender dürfte sich niemand dauerhaft aufhalten. Bei einem Mobilfunkmast wären mehr als fünf Kilometer nötig.

Helmut Ott, NerretherWeg 24, Feucht
Quelle: Der Bote vom 18.03.2003


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Gesetze verhindern Mobiltechnik nicht

Leserforum zum Thema Mobilfunk

Für Marianne Blank sind Funkanlagen zum Dauer- und Vorzugsthema geworden - die kommenden Landtagswahlen im Herbst 2003 lassen grüßen. Ob sie gerade FDP-Anhänger damit erreicht, mag zweifelhaft sein: Nur die Besserverdienenden werden es wohl sein, die sich die teuren Geräte der neuesten UMTS-Technologie leisten können, ungeachtet der technischen Vorzüge. Im übrigen fühlt man sich durch Marianne Blanks Vorgehensweise rund 150 Jahre zurück versetzt. Als seinerzeit die ersten Eisenbahnlinien projektiert und gebaut wurden, traten Zeitgenossen ihres Schlages auf und mahnten vor den gesundheitlichen Schäden, die sowohl für die Passagiere, als auch die Anrainer an Bahnstrecken wegen der hohen Geschwindigkeiten einträten. Wer sich heute in einen ICE setzt, hat für unsere Altvordern nur ein mildes Lächeln übrig. Die Technikfurcht ist also nichts Neues (vgl. Ausstellungskatalog zum 150jährigen Bestehen der deutschen Bahnen "Zug der Zeit, Zeit der Züge", Seite 24 in Band l).

Elektromagnetische Wellen sind allgegenwärtig. Nur einen winzigen Teil des Spektrums nehmen wir als sichtbares Licht wahr. Da Blank als Dozentin für Englisch an der VHS wirkt, schlage ich ihr vor, an Stelle von Belletristik einmal eine Biografie Isaac Newtons zum Gegenstand ihrer Vorlesungen zu machen: bereits vor rund 350 Jahren(!) beschrieb er Gesetzmäßigkeiten im Bereich des Lichts. Newton erkannte unter anderem, dass die Intensität eines Strahlers mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt.

Statt Elektro-Smog-Hysterie zu verbreiten, sollte sie definitiv zur Kenntnis nehmen, dass gerade die Sonne ein extrem breites Spektrum von "Strahlen" aussendet, das vom Radio- bis zum Röntgenbereich reicht. Diese Tatsache lässt sich in jedem einigermaßen brauchbaren Lexikon nachlesen. Die Aussendungen sind übrigens so außergewöhnlich intensiv, dass man der Sonne das "Strahlen" nach dem Bundesimmisionsschutzgesetz eigentlich umgehend verbieten müsste.

Mit Gesetzesänderungen, wie Marianne Blank sie gerne hätte, lässt sich der Bau von Mobilfunkmasten letzten Endes nicht verhindern. Vergeblich wurde hier schon mehrfach das Bundesverfassungsgericht bemüht. Die Mobilfunkbetreiber haben schließlich den gesetzlichen Auftrag für ein flächendeckendes Funknetz zu sorgen.

Norbert Kühn, 97456 Dittelbrunn
Quelle: Volkszeitung Schweinfurt vom 31.12.2002


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Klare Fakten

Betrifft Artikel: "Mobilfunk als ein Risikofaktor".

Die Einrichtung eines "Runden Tisches" zur Erhöhung der Transparenz und Akzeptanz des Mobilfunkausbaus in Fürth ist grundsätzlich zu begrüßen. Sie setzt allerdings voraus, dass sich alle Beteiligten in sachlicher Form auseinandersetzen. Solange der Runde Tisch der konstruktiven Zusammenarbeit dient, wird er die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen können.

Als Plattform für Pauschalforderungen, wie "mobilfunkfreies Fürth" oder "Sender raus aus Wohngebieten" müßte er aber zwangsläufig scheitern. Wer glaubt, über die Institution "Runder Tisch" den Ausbau der Mobilfunknetze verhindern zu können, sollte sich der Tatsache bewußt sein, dass er damit gegen die Interessen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung mit rund 55 Mio. Handynutzern zu Felde zieht.

Noch einige Worte zu der zitierten Veranstaltung in Zirndorf:
Wenn ein Naturwissenschaftler aus ideologisch motivierten Gründen physikalische Gegebenheiten beugt, um damit seine Thesen zu stützen, dann spricht das nicht gerade für dessen Professionalität. Ob der stellvertretende ödp-Bundesvorsitzende Prof. Buchner seine in Zirndorf vorgebrachten "Beweise" und Behauptungen zu biologischen Wirkungen der Handystrahlen in dieser Form auch an seinem Institut bei der TU München vorgetragen hätte, darf bezweifelt werden. Er hätte sich damit wohl nur der Lächerlichkeit preisgegeben. Mobilfunkkritiker müssen sich nicht wundern, wenn sie mit ihren Forderungen in der Fachwelt größtenteils auf Unverständnis stoßen. Mit Horrorszenarien und der Verbreitung von wissenschaftlichem Nonsens läßt sich zwar ein Teil der Bevölkerung mobilisieren; was letzten Endes jedoch wirklich zählt, sind die handfesten Fakten. Und die sprechen für den Mobilfunk.

Klaus Hetzer, Metzer Straße 13, Fürth
Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 27.12.2002


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Hysterie um die Funkstrahlen

Zum Artikel "Deutscher Grenzwert schlimmster der Welt" am 1. November ging folgender Brief ein:

Die ganze Aufregung um den Sendemasten auf der Burg in Gößweinstein ist für mich nicht mehr nachvollziehbar. Haben die kürzlich durchgeführten Messungen doch eine so deutliche Unterschreitung des gesetzlichen Grenzwertes ergeben, dass gesundheitliche Auswirkungen durch Funkstrahlen auszuschließen sind.

Anstatt diesem Urteil von Fachleuten zu vertrauen, wird Panikmache durch selbsternannte "Experten" betrieben. Da wird die gesamte Litanei angeblicher Schäden durch den Elektrosmog heruntergebetet. Beweise bleibt man, wie üblich, schuldig.

Die gesetzlichen Grenzwerte in Deutschland werden als überhöht angeprangert, dabei wird auf Vorsorgewerte aus Salzburg und sonstigen dubiosen Quellen verwiesen, die wesentlich strenger seien. Das zitierte Salzburger Vorsorgemodell hat jedoch keinerlei gesetzliche Grundlage und ist bestenfalls ein Phantom, das nicht einmal in Salzburg real existiert, wie Dr. Oberfeld als einer der Urheber kürzlich selbst einräumen musste.

Die "Grenzwerte zum Schutz vor nichtionisierenden Strahlen" stützen sich in fast ganz Europa einheitlich auf die Empfehlungen der ICNIRP. Diese sind wissenschaftlich fundiert und berücksichtigen sehr wohl auch andere, als die thermischen Wirkungen. Zudem wird ihre Einhaltung bei uns laufend überwacht, was man von den angeblich schärferen Grenzwerten in bestimmten Ländern wirklich nicht behaupten kann.

Es liegt nun bei jedem Einzelnen, ob er der Hysterie um die Funkstrahlung anheim fällt und sich psychisch ruiniert, oder ob er den Sendemast dort unbeachtet stehen läßt, wo er die letzten 10 Jahre war.

Wolfgang Göbner, Ahorntal
Quelle: Nordbayerischer Kurier vom 5.12.2002


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Unsichtbare Gefahren

Ein Kommentar von Stephanie Reinke

Bereits 1918 wurden die ersten Versuche im Mobilfunk durchgeführt. Heute besitzen mittlerweile sogar 60 Prozent der Zwölfjährigen ein Mobiltelefon, obwohl allen klar ist, dass Handys nicht nur Vorteile haben: Sie sind Geldbeutelschneider und sorgen via SMS für die Reduktion der deutschen Sprache. Aber an Elektrosmog denkt kaum ein Handybesitzer. Wer um Himmels willen würde sich lieber wieder mit Telefonhäuschen herumärgern? Und so schlimm kann das mit dem Elektrosmog nicht sein, wenn man bedenkt, dass ein Handy maximal mit zwei Watt läuft, ein Mast mit 10 und eine Microwelle mit bis zu 800 Watt. Wir sind umgeben von Elektrogeräten und wir haben tausend unsichtbare Gefahren erfunden, denen wir uns täglich aussetzen. Wer sich also schon vor Telefonen fürchtet, lebt auf dem falschen Planeten.

Quelle: Münchner Merkur vom 22.11.2002

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Angst schürende Äußerungen

Zum Leserbrief "Ein Sendeturm muss genügen" in der Landkreis-SZ vom 19.Oktober:

Mobilfunkantennen gelten seit einiger Zeit als potenzielle Angstmacher bei uns in Deutschland. Ich verfolge die Diskussion und wenn ich die Leserbriefe von Josefa Grimm lese, passen diese genau in das Schema: "Wie schüre ich die Angst der Menschen!"

Ich finde es erschreckend, wie hier die Angst dazu dient, einen Schuldigen für die körperlichen Probleme mancher Menschen gefunden zu haben. Krebs, Schlafstörungen, Erschöpfungen und noch vieles mehr, sollen die Mobilfunkstrahlen bei Erwachsenen und Kindern verursachen. Ich bekam vor 19 Jahren Brustkrebs, und da gab es noch keine Sendemasten. Auch sollten die Menschen einmal nachdenken, ob sie sich vielleicht falsch ernähren, zu wenig bewegen, oder die Kinder zu lange vor dem Fernseher und Computer sitzen.

Fakt ist außerdem, dass keiner dieser "Vortragenden" ein klares "Ja" oder ein klares "Nein" zu eventuellen Schädigungen des Menschen sagen kann. Und warum muss man, wenn es zwei Aussagen gibt, immer an die schlechte glauben?
Sehr viele Eltern von Kleinkindern teilen auch die Angst machende Meinung, weil sie die Zukunft ihrer Kinder gefährdet sehen. Aber ich bin davon überzeugt, wenn diese Kinder in ein gewisses Alter kommen, dann hat fast jedes ein Handy, und genau die Eltern, die heute so dagegen sind, werden es ihren Kindern kaufen!

Margit Schmitz, Unterhaching
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Ausg. München vom 28.10.2002


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Kassandra-Rufe


Forenbeitrag in einer mobilfunkkritischen Homepage vom 16.10.2002

Möchte auch mal was zu dem Thema sagen. Ich lebe seit meiner Geburt im Jahre 1933 bei Heusweiler/Saarland. Dort ging 1935 ein Sender des "Großdeutschen Rundfunks" auf Sendung (ist 200 m von meinem Haus weg), später wurde er von der Europawelle belegt, heute vom DLF, dieser Sender strahlt amplitudenmoduliert mit 1,2 MEGAWATT (1200 kW) sein Programm ab. Hier glühen Neonröhren + Energiesparlampen von alleine, man hört das Radio im Kochtopf (kein Witz), in der Türsprechanlage, im Telefon ... Über die Autobahn (A8 KL-Lux) ist ein Faraday Käfig aus Stahldraht gespannt, sonst würde jede Kiste liegenbleiben. Und 12km Luftlinie weiter in Felsberg strahlt "Europe1" auch mit 1200 kW sein Programm für ganz Frankreich ab.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich bin 69, kerngesund, obwohl ich schon seit Geburt immer "verstrahlt" werde, mein Herr Vater und meine Mutter sind weit über 90, denen geht es auch gut und hier im Dorf werden auch alle anderen steinalt, die Lebenserwartung ist sogar 15 % (!) höher als im BRD-Schnitt, trotz 67 Jahren "Strahlung". Über den Wert, den ein Handy bringt können wir hier nur lachen ... Besuchen sie uns doch mal, wir sind keine von Tumoren übersäten Mutanten, wie Ihr das gerne hättet.

Fritz
Quelle:
Funkenflug1998

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Horrorszenarien der Mobilfunkgegner


Zu Leserbriefen über Mobilfunkgefahren in der SZ vom 27. August (Werner Fiedler) und 29. August (Katrin Schauer):

Die Frage ist nicht, wie schütze ich mich vor Elektrosmog, sondern wie schütze ich mich vor dem blinden Eifer der Fiedlers, Schauers und anderer, die wöchentlich die Leserbriefspalten mit Ihren abstrusen Horrorszenarien über Gefahren von Mobilfunk und Schnurlostelefonen bombardieren. Oberflächlich entsteht der Eindruck der Wissenschaftlichkeit, genauer betrachtet werden immer die gleichen Argumente und Zitate strapaziert und im Stil der Bibelforschung beliebig kombiniert. Der feste Glaube ersetzt fehlende Beweise, nur eben, dass dies bei der Bibel durchaus legitim ist.

Es ist ja nichts einzuwenden, wenn diese Leute ihr Glück gefunden haben, weil alles Leid dieser Welt auf einmal eine Ursache hat. Wenn nur nicht akute Infektionsgefahr von diesem Spekulationsgespinst ausgehen würde, das sensible, gutgläubige Naturen wirklich in Gefahr bringt, krank zu werden - nämlich vor Angst. Hat doch jeder so ein Antennen-Mahnmahl irgendwo in seiner Nähe, und jetzt noch die unsichtbare Bedrohung an der gemeinsamen Wand zum Nachbarn mittels Schnurlostelefon!

Gegen diesen Wahn ist scheinbar auch die Realität machtlos:
Den Lebens- und Rentenversicherungen geht das Geld aus, weil die Menschen immer älter werden und gesünder bleiben. Und 50 Jahre Fernsehsenderbetrieb mit bombastischen Sendeleistungen, beispielsweise mitten in München im Olympiapark, hat keine Todeszone, sondern bevorzugte Wohngebiete entstehen lassen. Allenfalls die Fernsehprogramme selbst werden immer schlichter und anspruchsloser. Vielleicht doch ein Hinweis auf beginnende Demens durch den Elektrosmog der vielen neu installierten Privatsender in den 80er Jahren?

Gisela Wagner, Wofratshausen
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 07.09.02


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Auch Angst macht krank

Standpunkt von Manuela Cranz

Bislang haben weder Befürworter noch Gegner der These, dass Strahlen von Mobilfunk-Antennen die Anwohner krank machen, für ihre Behauptungen einen unwiderlegbaren wissenschaftlichen Beweis. Der Wahrheitsgehalt der Aussage schwebt irgendwo zwischen Hypothese und Theorie. Das ist die Kerninformation, deshalb steht das am Anfang.

Die Frage ist zur Zeit daher, wem man glauben will. Genauso wie das etwa der Fall war bei dem vermuteten Zusammenhang zwischen Kernkraftwerken und angeblich erhöhten Zahlen von Leukämie-Erkrankungen in deren Umfeld.

Das soll nicht heißen, dass man die Ängste der Menschen vor möglichen Auswirkungen von Strahlenbelastungen durch Mobilfunk-Antennen nicht ernst nehmen sollte. Denn gerade Angst ist - und das nachgewiesenermaßen - ein Faktor, der Menschen krank machen kann. Noch steht es nicht fest, ob - und wenn, ab welcher Höhe - die Strahlenwerte von Mobilfunk-Anlagen gefährlich für umliegende Wohnbevölkerung sind. Für Gößweinstein liegen noch nicht einmal Messwerte vor, die die Anhänger der Theorie des Gefahrenpotenzials aufschrecken könnten.

Verantwortungslos ist es aber, auf die Angst der Menschen zu spekulieren, zum eigenen politischen Vorteil oder aus anderen Gründen damit zu spielen. Zu der angeblich dramatisch erhöhten Krebsrate um die Gößweinsteiner Burg bleibt anzumerken, dass weder im Forchheimer Gesundheitsamt etwas davon bekannt ist noch im Tumorzentrum der Erlanger Universität. Es gibt zwar gerade in der Fränkischen Schweiz ein zahlenmäßig leicht erhöhtes Risiko pro Einwohner, an Krebs zu erkranken. Das resultiert aber - bei sauberer Datenerhebung - daher, dass dort durch den Wegzug der Jungen mehr ältere Menschen leben.

Statistiken zur Häufigkeit von Krebserkrankungen bedürfen in Anbetracht des Ernsts ihres Aussagewerts sauberster empirischer Methoden bei der Erhebung. Schätzungen und selektive Umfragen in der Nachbarschaft reichen da nicht. Diese sind, gelinde gesagt, höchst unseriös.

Quelle: Fränkischer Tag v. 09.08.02

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Beweise liegen nicht vor

Zum Artikel "Funkmasten als Massenexperiment" (3. Juni) äußert sich der Pressesprecher des bayerischen Umweltministeriums.

Maßlos und übertrieben handelt der Vorsitzende des Vereins Bürgerwelle, Siegfried Zwerenz, in seinen Veranstaltungen zum Thema Mobilfunk. International anerkannte Expertenkommissionen von Wissenschaftlern werden von ihm einfach als Industrielobby abgestempelt. Er verweist auf Gutachten, die massive Gesundheitsschäden von Mobilfunk nachgewiesen haben sollen, allerdings sind diese in Fachzeitschriften nicht veröffentlicht.

Schließlich beschuldigt er den bayerischen Umweltminister, Lügen über die Ergebnisse der bayerischen Rinderstudie verbreitet zu haben. Doch sowohl die Studie als auch das Ergebnis eines Expertenkolloquiums und darüber hinaus auch das Protokoll des Bayerischen Landtags zu einer Anhörung sagen das Gegenteil aus. Weltweit gibt es einige zehntausend Studien zu elektromagnetischen Feldern und deren biologische Wirkungen auf Mensch und Tier. Einige tausend davon untersuchen die Effekte von Hochfrequenz- und Mobilfunkstrahlung. Immer wieder werden in verschiedenen Ländern und auch auf internationaler Ebene Kommissionen eingesetzt, um die neuesten Ergebnisse zu bewerten und Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung abzugeben. Bisher sind sich die Kommissionen einig, dass die geltenden Grenzwerte völlig ausreichen, den Schutz der Bevölkerung zu sichern. Dennoch wird von einigen Gruppen, Einzelpersonen, und auch von verschiedenen Medien der Verdacht geschürt, Mobilfunk mache krank.

Wissenschaftliche Methoden und Sachargumente wurden vom Heilpraktiker Zwerenz offensichtlich nicht wahrgenommen. Gesundheitsgefährdungen durch Mobilfunk-Sendeanlegen werden behauptet, doch Beweisführungen liegen nicht vor. Wahr ist dagegen, dass der Mobilfunk eine Vielzahl von Menschen gerettet hat, sei es bei Unfällen, Bergnot oder bei plötzlichen Erkrankungen fern von zu Hause, da die ärztliche Versorgung nur durch eine schnelle Alarmierung der Rettungskräfte erreicht werden konnte. Bayern hat für die Information der Bevölkerung mehr getan als andere Länder oder gar die Bundesregierung. Eine breite und offene Information der Bürgerinnen und Bürger zum Thema Mobilfunk ist das Ziel der Staatsregierung. Daher sind die verbalen Ausfälle des Herrn Zwerenz nicht nur ungerechtfertigt, sondern nicht mehr hinnehmbar.

Peter Frei, München
Quelle: Nordbayerischer Kurier v. 26.06.02


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Handy-freie Zone

Zum Artikel "Die Gerhardshofener machen mobil"

Das Demokratieverständnis gewisser Mitbürger erscheint mir doch mehr als fragwürdig: Die eigenen Belange - und sind sie noch so absurd - gegen die schweigende Mehrheit durchzusetzen. Nur weil eine Minderheit dem Glauben verfallen ist, Mobilfunk gefährde ihre Gesundheit, soll die Mehrheit in Gerhardshofen auf funktionierende Handys verzichten.

Würden sich die Bedenkenträger aus seriösen Quellen informiert haben, wüssten sie, dass sie einer Legende aufgesessen sind. Einer Legende, die durch Öko-Szene und "Baubiologen" verbissen am Leben erhalten wird. Gilt es doch mittlerweile als Tatsache, dass die Hysterie um Mobilfunksender jeglicher Substanz entbehrt. Daran ändert auch die Überzeugung Einzelner nichts, jedes denkbare Unheil den Funkwellen solcher Anlagen anzulasten.

Der Gemeinderat von Gerhardshofen wäre sicher nicht schlecht beraten, auf Fachleute zu hören, anstatt den diffusen Halbwahrheiten einiger Panikmacher hinterher zu laufen. Denn die Uhr läuft ab, und Handys blieben dann wohl auf absehbare Zeit stumm. Für Handel und Gewerbe einer aufstrebenden Gemeinde wahrlich keine rosigen Aussichten.

Klaus Grieninger, Neustadt
Quelle: FLZ v. 25.06.02


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Experte funkt Entwarnung für Sendemasten

BERLIN (dpa/rb) - Nach Ansicht von Prof. Jiri Silny, einem der bedeutendsten deutschen Experten für die biologische Wirkung von Hochfrequenzstrahlen, gibt es nach wie vor keine Beweise für Gesundheitsschäden durch Mobilfunk.

Wenn es tatsächlich eine Gesundheitsbeeinträchtigung gäbe, müsste sie schon längst eingetreten sein, und zwar auf Grund der seit Jahrzehnten arbeitenden Fernseh- und Rundfunksender, meint der Leiter des Forschungszentrums für Elektromagnetische Umweltverträglichkeit der RWTH Aachen. "Auch die epidemiologischen Untersuchungen geben keinen überzeugenden Hinweis auf Einflüsse dieser Felder auf bestimmte Erkrankungen", betonte Silny.

Quelle: Ärztliche Praxis 02/47 v. 11.06.02

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E-Hysterie

Elektrosmog - eine Wortschöpfung, die schön dramatisch klingt, aber mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun hat. Während der atemraubende Abgasnebel (das hieß Smog nämlich ursprünglich) sicht- und fühlbar zwischen den Häusern hängt, dräut der Elektrosmog unsichtbar um uns herum. Die Hitze in den Köpfen, die über elektromagnetische Strahlen streiten, übersteigt jede vermutete Erwärmung durch die aufgenommene Hochfrequenz bei weitem. Nun kann man nicht unbedingt erwarten, dass demokratische Prozesse vernünftig ablaufen. Dennoch hat der Feldzug gegen Sendeanlagen und Antennen zunehmend etwas vom Maschinensturm anno dazumal. Viele Kritiker haben ein Handy einstecken ("für Notfälle ...") und bereiten ihre Mahlzeiten in der Mikrowelle zu. Das Thema hat indes weder Hysterie noch Verharmlosung verdient. So scheint das Messprogramm des bayerischen Umweltministeriums (-> Bayern-Seite) ein Schritt zur Normalität im Umgang mit einem Phänomen, das die Vorstellungskraft der meisten Diskutanten übersteigt.

Norbert Heimbeck;
Quelle: Nordbayerischer Kurier v. 04.06.02


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Die Paranoia der Mobilfunkfeinde

Foren-Beitrag bei Heise-online vom 03.06.2002:

Wirklich interessant ist, wenn man die Seiten der Mobilfunkfeinde mal gegen den Strich liest.
Hier Auszüge aus "http://www.elektrosmognews.de/news/aufrufzumdauerprotest.htm)":

Noch recht harmlos, in der Manier klassischer Verschwörungstheorien ist:
"Fazit: Der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung spielt für unsere Politiker keine Rolle."
Klar, dass Politiker eigentlich keine Menschen, Väter oder Mütter sein können sondern gekaufte Schergen, denen das Wohl des "Wahlvolks" ganz egal ist. Klar auch, dass "die Politiker" als graue Einheitsmasse gelten müssen, damit man ein Feindbild konstruieren kann.

Dann aber: "Hier reiht sich auch das Bundesverfassungsgericht ein, das gestern eine Verfassungsbeschwerde eines Klägers gar nicht erst zur Entscheidung zuließ."
Selbst das Kontrollorgan ist also korrupt, nicht etwa weil es Gesetze beugt, nein weil es NACH RECHT UND GESETZ eine Klage nicht zulässt. Also, wer nicht jeden Wunsch der Mobilfunkfeinde erfüllt, der ist gegen "uns".

War das alles? Nein natürlich nicht, die Verschwörung ist noch viel gravierender:
"Wir können uns auf Politik, Industrie, Gerichte und Medien nicht mehr verlassen."
- es ist also wirklich schon soweit, dass die Mobilfunkfeinde ganz alleine die Wahrheit vertreten. Kritische Stimmen können daher schon mal gar nicht recht haben, sie könnten höchstens gekauft sein - oder Teil der Verschwörung.

Irre, dass auf so jemanden noch irgendwer hört ...

Snow snow@smircle.de
Quelle: http://www.heise.de/mobil/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=1828514&forum_id=29950

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Kesseltreiben wegen Mobilfunkantenne

Zum Bericht "Und das alles wegen einer Antenne":

Als ich vom ganz persönlichen Kesseltreiben gegen einen süddeutschen Kaufmann mit Mobilfunkantenne am Dach hörte, da kam mir doch der unwissenschaftliche Zorn hoch, die moralische Kategorie, die deutlich über technische Argumente für oder wider Elektrosmog hinausgeht. Es wird Zeit, Aberglaube nicht als die Freiheit jedes besorgten Bürgers unbedacht zu tolerieren, sondern klar erstens allgemein zur Vernunft und zweitens im speziellen zu Anständigkeit anderen gegenüber aufzurufen. Ist es nicht unmoralisch, einen Einzelnen zu mobben wegen unbewiesener Meinungen, und seien sie noch so gängig? Nicht umsonst ist nach alter Auffassung Aberglaube eine Sünde, beichtpflichtig. Moralische Institutionen, wie Kirchen müssen jetzt aktiv werden, nicht gegen die Macht der Masten, sondern gegen den Glauben an unbekannte gepulste Teufelsstrahlen, der unsere Gedanken vergiftet.

Fritz Jörn, Bonn.
Quelle: Süddeutsche Zeitung v. 01.06.02


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Seriösen Wissenschaftlern zuhören

Zum Bericht "Der menschliche Körper als Antenne" in der Ausgabe vom 30. Januar:

Es ist nachvollziehbar, dass Menschen angesichts wuchernder Mobilfunknetze besorgt sind. Es ist auch nachvollziehbar, dass Menschen skeptisch sind, wenn Mobilfunkanbieter die Technik, mit der sie ihr Geld verdienen, als unbedenklich darstellen. Aber auch wenn Verschwörungstheorien ihren Reiz haben, sind sie nicht automatisch richtig.

Und gerade in Sachen Mobilfunk könnte man es besser wissen: Die Technik ist mittlerweile gut erforscht, und was man weiß, gibt in vielerlei Hinsicht Anlass zur Entwarnung. Wenn man statt selbst ernannter "Experten" besser Fachleute zu Wort kommen ließe, könnte man vieles besser wissen: Der menschliche Körper fängt elektromagnetische Strahlung zwar ähnlich einer "Antenne" auf. Das ist allerdings noch lange kein Grund anzunehmen, dass damit ein Gesundheitsrisiko verbunden sei: Die Strahlung der Mobilfunkmasten unterscheidet sich bis auf ihre Frequenz nicht grundlegend von Fernsehen und Rundfunk, und ihre höhere Frequenz grenzt den Spielraum für vorstellbare Einflüsse auf den Organismus eher ein.

"Gepulste" Strahlung unterscheidet sich von anderen elektromagnetischen Wellen nur dadurch, dass sie mehr Informationen transportiert, physikalisch spielt sich dabei nichts Neues ab. Von den fast 1000 Studien, die sich der Mobilfunktechnik gewidmet haben, wollen nur einzelne Anhaltspunkte für mögliche Gesundheitsrisiken gefunden haben, aber auch diese Anhaltspunkte erscheinen, bei Licht betrachtet, fragwürdig.

All das könnte man wissen, wenn man seriösen Wissenschaftlern zuhören würde. Etwa dem WDR-Wissenschaftsmagazin "Quarks & Co" vom 2.2. (siehe http://www.quarks.de/ ) oder Jan Bernkopf, Physiker am Landesamt für Umweltschutz, der am 21.1. auf Einladung der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) nach Bamberg kam.

Umso bedauerlicher ist es, dass nun eine jener Veranstaltungen, die mit Halbwissen die allgemeine Hysterie anfeuern (in diesem Fall der Vortrag einer "Baubiologin" - was im Übrigen kein anerkannter Beruf ist, zumindest außerhalb der Esoterik-Szene) mit einem Mehrspalter bedacht und dieses Halbwissen unkommendiert abgedruckt wird. Es erscheint hier eine Pressemitteilung des Bundes Naturschutz unkritisch übernommen worden zu sein. Bedauerlich auch, dass der sonst so kompetente BUND sich bei diesem heiklen Thema auf so unqualifizierte Ratgeber verlässt.

Dipl.-Soz. Detlev Lück, Untere Königstraße 34, 96052 Bamberg
Dr. Christoph Bördlein, Hohensteinstr. 16, 96117 Memmelsdorf
GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.)
Regionalgruppe Bamberg

Quelle: Fränkischer Tag vom 09.02.2002
Link zur GWUP Bamberg
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Doch alles nur Panikmache?

Zum Bericht einer Veranstaltung mit Volker Hartenstein: "Ausbau muß gestoppt werden"

Die gesamte Wissenschaftswelt einschließlich staatlicher Institutionen sei von der Industrie gekauft, weil sie negative Wirkungen des Mobilfunks auf die Gesundheit nicht bestätigen können. Für Verschwörungstheorien wie dieser ist Hartenstein bekannt und damit versucht er alle ihm nicht genehmen Argumente vom Tisch zu wischen. Fakt ist jedenfalls, daß die Verfechter einer Schädlichkeit elektromagnetischer Wellen den Nachweis in allen Fällen schuldig geblieben sind.

Der im Kommentar angeführte Vergleich mit den Röntgenstrahlen hinkt: Die Gefahr durch diese ionisierenden Strahlen war bereits wenige Jahre nach ihrer Entdeckung bekannt und nie umstritten. Da beruhigt es mich doch ungemein, daß selbst nach mehr als 100 Jahren intensiver Nutzung von Radiowellen und einigen tausend einschlägiger Studien ernstzunehmende Anhaltspunkte einer Schädlichkeit nicht gefunden werden konnten.

Die Fraktion der Mobilfunkgegner möchte gerne glaubhaft machen, aus selbstlosen Motiven vor einer vermeintlichen Gefahr zu warnen. Daß sich durch Vorträge wie diesen und durch obskure "Entstrahlungsmethoden" allerhand Geld verdienen läßt, ist allerdings kein Märchen.

Klaus Grieninger, Neustadt
Quelle: FLZ v. 15.01.02

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Mit Ängsten Kohle machen

Zum Leserbrief "Profitdenken vor Gesundheit" von Siegfried Zwerenz am 6. März.

Da ich mich als besorgter Bürger über Gefahren von Mobilfunksendern kundig machen wollte, bat ich Herrn Zwerenz als Vorsitzenden der Bayerischen Bürgerwelle e.V. um Informationen.

Nun, so ließ ich mir dann eine Broschüre zusenden, die mich zunächst mal 39 DM kostete. Der reelle Preis für dieses Produkt dürfte jedoch noch nicht einmal ein Drittel betragen. Außerdem wäre zur Sicherstellung von weiteren Informationen die Mitgliedschaft mit einem Jahresbeitrag von 145 DM erforderlich. Als wir dann noch eine Veranstaltung planten, zu der Herr Zwerenz referieren sollte, verlangte er dafür als Aufwandsentschädigung 400 DM, mit der Begründung: "Das ist nun mal so der Betrag, den ich für ein etwa 90minütiges Referat bekomme." Doch damit noch nicht genug, denn pro gefahrenen Kilometer hätten wir dann noch 80 Pfennig zu entrichten.

Nach eigenen Angaben hat Herr Zwerenz mittlerweile in den vergangenen Monaten bereits etwa 60 Referate gehalten, was dem geschäftstüchtigen Herrn "Mobilfunkgegner" nahezu ca. 35 000 DM eingebracht haben dürfte. Gerade dieser Herr Zwerenz braucht also einer Institution, gleich welcher Art, nicht vorzuwerfen, daß sie aus Profitdenken für den Bau von Mobilfunksendern sei. Von einem ehrenamtlichen Idealisten hätte ich jedenfalls nicht erwartet, daß er mit den Ängsten von besorgten Bürgern ausschließlich Kohle machen möchte.

Anton Eichhorn, Schneegasse 7, 96132 Schlüsselfeld
Quelle: Fränkischer Tag Bamberg vom 20.03.99

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