OB Stumpf stellt seine Mühle als Antennen-Standort zur Verfügung
FORCHHEIM. Eine Antenne für die Wünsche der Bürger, die benötigt ein Bürgermeister in jedem Fall. Ob die Antenne, die sich Franz Stumpf auf seine Puffmühle montieren lassen will, allerding im Sinne der Bürger ist?
Der Oberbürgermeister hat keine Bedenken, mitten in der Stadt, direkt neben seinem Wohnhaus, auf die 18 Meter hohe Puffmühle so ein Gerät von E-Plus setzen zu lassen. "Auf den städtischen Gebäuden gibt es diese Antennen doch auch" argumentiert Franz Stumpf, und weist darauf hin, dass er sich seit Jahren kundig gemacht habe und das er "keine gesundheitlichen Risiken befürchtet".
Die Aussagen der Bundesanstalt für Strahlenschutz seien eindeutig. Die Antenne in der Innenstadt eingeschlossen, lägen die für Forchheim berechneten Strahlenbelastungen "deutlich unter den strikten Schweizer Grenzwerten".
Ausdrücklich weist Stumpf darauf hin, dass er nicht unter der Antenne wohnt, was ja als harmlos gilt; der Mast werde auf der Mühle neben seinem Wohnhaus installiert; er wäre also der erste, der die Strahlen abkriegt.
Kein Krösus
E-Plus benötigt des Mast für den Ausbau des UMTS-Netzes. Das Unternehmen zahlt auch Miete für den Antennenstandort - "eine minimale Summe, davon wird man kein Krösus", sagt Stumpf. Die Puffmühle stellt er für den Mst auch deshalb zur Verfügung, um ein Zeichen zu setzen; gegen die Verlogenheit im Umgang mit den Handy-Antennen. "Wir alle benutzen Handys", sagt der Oberbürgermeister, aber die Antennen wolle niemand in seiner Nähe. Das sei ähnlich wie mit dem Straßenverkehr. Autos gehören dazu, aber keiner wolle sie vor der eigenen Haustür haben.
Im übrigen wehre er sich gegen die Hexenverfolgungsstimmung. Studien, die eine erhöhte Krebsgefahr durch Mobilfunk-Technologie belegen wollen, scheinen dem Oberbürgermeister jedenfalls nicht genügend glaubhaft, um ihn von seinem Plan abzubringen.
Ein paar negative Reaktionen per Mail habe er zwar erhalten, aber noch niemand habe ihn persönlich wegen des Handy-Mastes angegangen. roc