Moderne Herzschrittmachersysteme wenig störanfällig durch Mobilfunktelefone
KÖLN. Moderne Herzschrittmachersysteme zeigen eine niedrige Inzidenz an Störbeeinflussung durch Mobilfunktelefone, so Khosro Hekmat et al., Köln, in Heft 38 des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl 2003; 100: A-2438–2445). In einer Studie untersuchten die Autoren 200 Patienten im Alter von 50,7 plus/minus 27,6 Jahren. Der jüngste Patient war sechs Monate, der älteste 90 Jahre alt. Die Prüfung der Systeme erfolgte im Rahmen der halbjährlichen ambulanten Schrittmachernachuntersuchung.
Insgesamt untersuchten die Autoren 58 verschiedene Schrittmachermodelle. Die durchschnittliche Laufzeit lag bei 38 plus/minus 34 Monaten. Es wurden 89 Schrittmacherelektrodenmodelle von zwölf Firmen untersucht. Als Mobilfunkgerät wurde ein D2-Handy in unterschiedlichen Funkzuständen und Distanzen zum Herzschrittmacher verwendet.
Getestet wurden der Kontaktaufbau, das Empfangen eines Anrufs und das Sprechen. Das Mobiltelefon wurde vor dem Kontaktaufbau direkt auf die Schrittmachertasche gelegt und in verschiedene Richtungen gedreht. Im Fall einer Störung wurde das Telefon langsam von der Schrittmachertasche entfernt und der Abstand gemessen. Die Testergebnisse wurden mit fortlaufender 6-Kanal-EKG-Aufzeichnung dokumentiert.
Insgesamt zeigten nur vier Herzschrittmacher eine Störbeeinflussung durch das D2-Mobiltelefon. Drei Schrittmachersysteme schalteten auf eine Störfrequenz um. Durch die Entwicklung von neuen Filtern in modernen Schrittmachern ist die Störbeeinflussung deutlich reduziert worden. Im Einzelfall kann eine individuelle Austestung mit geeigneter Programmierung der Schrittmacherempfindlichkeit das Risiko von Störbeeinflussung reduzieren. Jedoch empfehlen die Autoren, dass D-Netz-Mobilfunkgeräte nicht direkt über dem Herzschrittmacheraggregat getragen werden sollten. /et