Einige Bewohner von Oberammergau klagen über unspezifische Krankheitssysmptome. Den Grund dafür sehen sie in einem technischen Update, mit dem T-Mobile seine Mobilfunkstationen modernisierte.
Laut verschiedener Presseartikel werden die Vorkommnisse auf ein rätselhaftes 10 Hz-Signal zurückgeführt, welches sich in einem Elektrosmog-Analyzer mit lautem Tockern bemerkbar mache. Angeblich sei dieses Signal bis in den tiefsten Keller nachweisbar und würde jede Abschirmung durchdringen.
Nach Angabe des Betreibers wurde die vorhandene GSM-Technik lediglich auf den neuesten Stand gebracht und für eine schnellere Datenübertragung mit GPRS/EDGE ausgerüstet. Weder habe eine Erhöhung der Sendeleistung stattgefunden noch kämen Frequenzen außerhalb des auch bisher genutzten 900 MHz-Bereiches zum Einsatz. Messungen des Landesamtes für Umweltschutz in Bayern (LfU) bestätigen die Angaben des Netzbetreibers.
Oberammergau - Elektromagnetische Felder von Mobilfunk
Das LfU geht auf seiner Homepage umfassend und kompetent auf die Ereignisse in Oberammergau ein. Neben der Dokumentation von Ergebnissen ausführlicher Untersuchungen vor Ort werden in diesem Zusammenhang Grundlagen des GSM-Übertragungsverfahrens erläutert.
Die Vorgänge in Oberammergau scheinen vorwiegend regional ein Thema zu sein. Sie wurden insbesondere durch einige Redaktionen im südbayerischen Raum aufgegriffen:
"Macht Mobilfunk Oberammergau krank" - Die Süddeutsche Zeitung Dachau sowie das Oberbayerische Volksblatt Rosenheim berichteten am 20. bzw. 21.11.2006 in gleichlautenden Artikeln von den rätselhaften Erkrankungen und geben im Wesentlichen die Sichtweise eines Mitglieds der örtlichen Initiative "Strahlenfreies Ammergau" sowie eine Stellungnahme des Bürgermeisters Rolf Zigon wieder.
"Flucht in den Wald" - Dieser Artikel, der am 21.11. erschien, berichtet u.A. von Personen, die sich durch Mobilfunksender bedroht sehen. Der Pressesprecher von T-Mobile in Bayern, Markus Jodl nimmt zu den Ereignissen Stellung.
"Es bleiben Zweifel" - Mit diesem Kommentar bringt Boris Forstner seine Verwunderung über die zahlreichen Mobilfunkexperten zum Ausdruck, die in Oberammergau auf den Plan treten. Er sieht es als Panikmache, wenn plötzlich alle erdenklichen Krankheiten sowie Todesfälle und Pflanzenschäden durch Mobilfunk hervorgerufen worden sein sollen.
Das Ende des Tackerns - Mobilfunkstrahlung in Oberammergau im grünen Bereich. Mit diesem Artikel geht die Süddeutsche Zeitung am 31.03.2007 auf Messungen des LfU in Oberammergau ein. Ein Sprecher der örtlichen Bürgerinitiative äußert jedoch weiterhin Zweifel.