Mobilfunk: Münchner Gericht weist Klägerin ab

NAILA – Die Frau aus Naila, die gegen den neuen Mobilfunkmast auf dem Eon-Gelände am Kugelfang geklagt hat, ist auch beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München gescheitert. Wie berichtet, hatte bereits das Verwaltungsgericht Bayreuth die Klage der Nailaerin abgelehnt. Zuvor hatte die Regierung von Oberfranken den Widerspruch der Stadt Naila gegen die Genehmigung des Handymastes abgewiesen.

Sowohl die Stadt Naila als auch die Klägerin hatten sich auf die Nailaer Ärztestudie berufen. Im Jahr 2004 hatten mehrere Nailaer Hausärzte mit Dr. Horst Eger an der Spitze eine Untersuchung über den Zusammenhang von Krebserkrankungen und Mobilfunkstrahlung vorgelegt. Darin waren sie zu dem Schluss gekommen, dass sich zwischen 1999 und 2004 die Krebserkrankungen im 400-Meter-Umkreis der Sendeanlage auf der Nailaer Frankenhalle gegenüber Erkrankungen am Stadtrand von Naila verdreifacht hatten. Die Patienten in der Nähe des Mastes seien durchschnittlich 8,5 Jahre früher erkrankt als anderswo.

Diese Ergebnisse hatten die Stadt Naila alarmiert. So versuchten Bürgermeister und Stadtrat, den neuen Mobilfunkmast auf dem Eon-Gelände zu verhindern – vergeblich, wie man inzwischen weiß. Auch Petitionen an das Europaparlament, den Bundestag und den Landtag wurden verabschiedet.

„Die drastischen Feststellungen der Ärztestudie und unsere Fürsorgepflicht für die Nailaer Menschen hat uns veranlasst, vor diesen Problemen nicht übereilt zu kapitulieren“, so Bürgermeister Frank Stumpf in einer Pressemitteilung. Die klagende Bürgerin habe sich dankenswerter Weise entschlossen, den Weg durch die Gerichtsinstanzen zu gehen. Bei ihrem Antrag auf Zulassung der Berufung gegen das abweisende Urteil des Verwaltungsgerichts Bayreuth hatte die Frau auch neuere Aussagen des Bayerischen Umweltministeriums herangezogen, dass örtliche topographische Verhältnisse durchaus zu gewichtigen Reflexionen, so genannten „Nebenkeulen“, und Immissionsspitzen der Mobilfunkstrahlung führen könnten.

Auf diese Argumente ging laut Pressemitteilung der Stadt der Verwaltungsgerichtshof überhaupt nicht ein. Er habe bekräftigt, dass die Nailaer Ärztestudie keine gesicherten Befunde anerkannt wissenschaftlicher Qualität biete und nichts über die Ursächlichkeit von Mobilfunk für die Krebserkrankungen aussage.

Damit sind laut Bürgermeister Stumpf die Möglichkeiten der Stadt Naila erschöpft. Für die Bevölkerung sei das Möglichste getan worden.

Quelle: Frankenpost Naila, vom 07.12.2006


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