Stadt Naila klagt wegen Handymast

Die Stadt Naila kämpft weiter gegen den bereits bestehenden Mobilfunkmast auf dem Gelände von Eon am Kugelfang. Der Hauptausschuss beschloss mehrheitlich, vor dem Verwaltungsgericht Klage zu erheben.

NAILA – Wie mehrfach berichtet, hat die Firma Vodafone auf dem Betriebsgelände der früheren Thüga – jetzt Eon – in der Nähe des Nailaer Schützenhauses einen Mobilfunkmast errichtet. Dies war möglich, weil das Landratsamt die Baugenehmigung im April erteilt hatte. Gegen diesen Bescheid erhob die Stadt Naila Widerspruch, der aber keine aufschiebende Wirkung hatte. Die Regierung von Oberfranken wies den Widerspruch Ende September als unbegründet und unzulässig zurück.

Gegen diesen Bescheid will die Stadt Naila nun klagen. Dies beschloss der Hauptausschuss des Stadtrates in seiner jüngsten Sitzung. Die Entscheidung fiel mit 8:3 Stimmen. Gegen eine Klage stimmten Marco Hader und Jürgen Krahmer (beide CSU) sowie Leonhard Crasser (Aktive Bürger).

„Ziel ist es, dass wir zu einer Beweissicherung kommen“, sagte Bürgermeister Frank Stumpf zur Begründung, warum die Stadt Naila klagen will, obwohl die Aussicht auf Erfolg gering ist. Die Regierung von Oberfranken sei in ihrem Bescheid nicht auf die „Nailaer Ärztestudie“ und die Besonderheiten in Naila eingegangen, sondern habe nur festgestellt, es könne nicht von einer Gefährdung ausgegangen werden, wenn die Grenzwerte eingehalten würden.

Um das Thema entspann sich in der Sitzung des Hauptausschusses eine kurze Diskussion. Marco Hader und Leonhard Crasser meinten, eine Klage habe keinen Sinn, weil sie aussichtslos sei. „Man muss irgendwann einmal einsehen, wenn man auf verlorenem Posten kämpft“, sagte Hader. „Wenn die Regierung nicht einmal über eine Begründung diskutiert, kann man sich die Klage gleich schenken. Wir sind es den Bürgern schuldig, dass wir sie mit der Realität konfrontieren.“

Crasser meinte, der Ausgang des Verfahrens sei klar. Das einzig Sinnvolle wäre es, eine neue Studie zu erarbeiten, die wissenschaftlichen Vorgaben entspreche: „Das ist das Problem bei der Sache.“

Für die Klage sprachen sich Klaus Knörnschild (Freie Wähler) und Jürgen Salfer aus. Salfer sagte, wenn die Menschheit bei allen Problemen, bei denen wenig Aussicht auf Erfolg bestanden habe, aufgegeben hätte, würden wir heute noch im Mittelalter leben und nicht im Jahr 2005. schn

Quelle: Frankenpost Hof, vom 19.10.2005


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