Einige Hausärzte aus dem oberfränkischen Städtchen Naila unter Federführung von Dr. med. Horst Eger wollen festgestellt haben, dass Menschen im Umkreis einer Mobilfunkstation einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, an Krebs zu erkranken.
Die öffentliche Präsentation der Ergebnisse Ende Juli 2004 in Naila rief ein beträchtliches Medienecho hervor. Eine genauere Betrachtung der "Naila-Studie" aus wissenschaftlicher Sicht warf jedoch eine Reihe von Fragen auf und führte zu kritischen Bewertungen:
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) geht in einer ausführlichen Stellungnahme auf die "Naila-Mobilfunkstudie" ein.
Dr. Gregor Dürrenberger von der Forschungsstiftung Mobilkommunikation der Schweiz mit einem Kurzkommentar zur Naila-Studie (pdf 100kB)
"Naila - Pro und contra" ist eine Einschätzung von H. Peter Neitzke aus dem EMF-Monitor 4/2004 (pdf 55kB) überschrieben.
"Das dünne Eis der Fakten" - die Naila Studie in den Medien. Der Beitrag von Christoph Bächtle im Newsletter 4/2005 der Forschungsgemeinschaft Funk (pdf 123kB) geht auf die Presseberichterstattung im Zusammenhang mit der sog. "Naila-Studie" ein und bringt im Anhang einen Querschnitt der wesentlichsten Expertenkommentare.
Die Presse berichtete wiederholt und ausführlich über die Naila-Mobilfunkstudie. Nach anfänglichen medialen Schlagzeilen dominieren im weiteren Verlauf kritische Stellungnahmen und Einschätzungen zu dieser "Studie":
"Naila-Studie im Kreuzfeuer" - In diesem Bericht der Frankenpost vom 23.10.04 wirft ein Ministerialrat des Umweltministeriums den Ärzten grobe Fehler vor.
"Aussagekraft gering" Der "Fränkische Tag" bezieht sich auf ein internes Schreiben des Bayerischen Umweltministeriums zu Mobilfunk-Gefahr und Naila.
"Zweifel an "Naila-Studie" werden in einem weiteren Beitrag am 13.10.04 unter Bezug auf die bisherigen Bewertungen der Studie geäussert.
"Hysterie hilft keinem weiter" - Dieser Kommentar im Nordbayerischen Kurier bezieht sich u.a. auf die Naila-Studie und kommt zur Feststellung, dass mit unsauberen Argumenten versucht wird, die Bevölkerung aufzuheizen.
Die Neue Presse Coburg befasst sich am 04.10.04 unter der Überschrift "Kritische Beurteilung der Nailaer-Studie" mit der Einschätzung von H.P. Neitzke (Ecolog-Institut).
Unter "Schnappauf in der Höhle des Löwen" wird in der gleichen Ausgabe über ein Gespräch des bayerischen Umweltministers Dr. Werner Schnappauf mit Dr. Horst Eger, dem Mitinitiator der Untersuchung berichtet.
Auch Merkur Online befasst sich mit der Naila-Studie: "Krebs durch Handys - Deutschland sucht die Angst-Studie" Mittlerweile mehren sich Zweifel, ob diese Studie überhaupt existiert, denn seit Monaten werden Experten, Behörden und mehrere Minister, die sich bisher vergeblich um Einsichtnahme bemühen vertröstet.
Zusammenhang zwischen Mobilfunkmasten und Krebs? Ministerium zweifelt an Nailaer Studie. Gemäß eines Artikels der Frankenpost Hof vom 02.02.2005 stehen sowohl das Bundesumweltministerium als auch das bayerische Umweltministerium den Ergebnissen der Nailaer Ärztestudie zum Thema Mobilfunk skeptisch gegenüber. Eine Petition der Städte Naila, Schwarzenbach am Wald und Selbitz, in der diese unter anderem eine Senkung der Grenzwerte bei Mobilfunkmasten forderten, wird deshalb ohne Folgen bleiben.
Krebs in Naila durch Mobilfunk? - Das Amateurfunkmagazin cq-dl des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) hat in der Ausgabe 9/2005 einen Beitrag zu den Ergebnissen der sog. "Naila-Studie" veröffentlicht. Der Autor Johannes Philipp nimmt zu den Ergebnissen der Studie kritisch Stellung.
Stadt Naila klagt wegen Handymast - Die Stadt Naila kämpft weiter einen aussichtslosen Kampf gegen Mobilfunk. Nun soll gegen einen bestehenden Masten am Kugelfang geklagt werden, da die Regierung von Oberfranken in einem Widerspruchsbescheid nicht auf die Nailaer Ärztestudie eingegangen ist.
Verwaltungsrichter lehnen Klage gegen Mast ab - Das Verwaltungsgericht in Bayreuth hat eine Klage wegen eines neu errichteten Mobilfunkmastes in Naila abgewiesen. In der Begründung heißt es, es gebe keine gesicherten Hinweise, dass die Strahlung unterhalb der geltenden Grenzwerte die Gesundheit schädige. Frankenpost Naila vom 13.10.2006
Münchner Gericht weist Klägerin ab - Die Frau aus Naila, die gegen einen Mobilfunkmast auf dem Eon-Gelände am Kugelfang geklagt hat, ist auch beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München gescheitert. Das Verwaltungsgericht Bayreuth hatte die Klage der Nailaerin bereits abgelehnt. Zuvor hatte die Regierung von Oberfranken den Widerspruch der Stadt Naila gegen die Genehmigung des Handymastes abgewiesen. Sowohl die Stadt Naila als auch die Klägerin hatten sich auf die Nailaer Ärztestudie berufen. Seitenanfang vorherige Seite