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Gegen Elektrosmog Sensible stehen im Regen
Gesundheitliche Beeinträchtigungen lassen sich nicht festmachen
Quelle: Ärztliche Praxis 02/43 vom 28.05.2002
Ein neues Fachgebiet macht von sich reden: Elektropathologie. Mediziner, Biologen und Elektrotechniker arbeiten und forschen gemeinsam am Phänomen der Elektrosensibilität. Diese Erscheinung wird zwar oft beschrieben, lässt sich aber nicht fassen.
Dabei bereitet es keinerlei Probleme, elektromagnetische Wellen und Felder - darum geht es bei der Elektrosensibilität - zu messen. Jedoch ist es unmöglich, deren Einfluss auf biologische Systeme nachzuweisen, vor allem bei geringen Feldstärken. Ob und wenn ja, welche Menschen überhaupt Messfühler für derartige Felder haben, erscheint fraglich. 70 Prozent der Versuchspersonen nahmen 50-Hz-Feldstärken bis 20 kV/m - der zulässige Grenzwert liegt bei 5 kV/m - nicht wahr. Informierte man die Teilnehmer, dass sie starken, elektromagnetischen Feldern ausgesetzt würden, glaubten 40 Prozent diese zu spüren.
Nun sucht man am Zentrum für Elektropathologie der Universität Witten/Herdecke zu ergründen, ob Elektromagnetismus von Probanten zuverlässig erspürt wird. Das Ergebnis enttäuscht und riecht stark nach Zufall. Jeweils zwei Stunden kamen Personen, die sich als elektrosensibel bezeichneten, und solche, die das nicht waren, in die Versuchskammer. "Strom ein - Strom aus" hieß es dann in mehrminütigen Intervallen, ohne dass die Probanten davon wussten. Sie sollten lediglich protokollieren, wann sie die Strahlung spürten. Die Trefferquote lag bei den Elektrosensiblen bei 43 Prozent und bei den Unsensiblen bei 49 Prozent.
Auffallend viele der angeblich Elektrosensiblen, nämlich 66 Prozent, litten unter Allergien, 52 Prozent gaben an, Zahnmetall nicht zu vertragen. Bei neun Patienten wurde die Diagnose einer erworbenen Umweltunverträglichkeit ("idiopathic environmental intolerance") gestellt: Bereits geringe Mengen von Schadstoffen jedweder Art bringen die Betroffenen aus dem Gleichgewicht.
Fazit der Studienleiter: Ein eigenes Krankheitsbild "Elektrosensibilität" lässt sich nicht definieren. Psychische Faktoren - vor allem auch der Wahrnehmungsvorgang selbst - scheinen eine große Rolle zu spielen, ebenso wie die nicht zuletzt durch Medien vermittelte Grundeinstellung.
Umweltmed. Forsch. Prax. 7 (2002) 7-16.
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