Bluttests zur Feststellung von Belastungen durch Chemikalien und Strahlung

Nichtautorisierte Übersetzung der Zusammenfassung einer Veröffentlichung der Health Protection Agency, England vom November 2005 durch Klaus Grieninger:

"Chromosomal and other blood tests for exposure to chemicals and radiation"

Die Wirkung vieler krebsauslösender Chemikalien beruht auf einer Beschädigung der DNA. Diese DNA-Schäden können meist durch eine Analyse der Chromosomen ausfindig gemacht werden. Beim Menschen können umwelt- und berufsbedingte Einwirkungen von Chemikalien und ionisierender Strahlung dadurch festgestellt werden, indem man die weißen Blutzellen aus einer kleinen Blutprobe (etwa 10 ml) auf Chromosomenschäden untersucht. Zur Feststellung von Chromosomenschäden stehen eine Vielzahl von Tests zur Verfügung, u.a. Dicentric-Tests, Translokationstests, Tests auf Mikronuklei und Schwester-Chromatitausgleich. Es ist allgemein bekannt, dass die Einwirkung bestimmter Chemikalien (z.B. Testa et al, 2002), ionisierender Strahlung (z.B. Voisin et al, 2004; Edwards et al, 2005) und ultravioletten Lichts (z.B. Emri et al, 2005) Schäden verursachen kann, die in Chromosomentests nachweisbar sind. Mit Tests auf Chromosomenanomalien lassen sich jedoch keine Auswirkungen elektromagnetischer Felder und Strahlung von Hochspannungsleitungen (Hone et al, 2003) oder von Mobilfunk Basisstationen (Vijayalaxmi and Obe, 2004) verlässlich feststellen.

DNA-Schäden sind auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Die Menschen sind andauernd den Angriffen durch Radikale auf molekularer Ebene ausgesetzt. Diese sind eine Folge der Nahrungsverwertung und von Stoffwechselprozessen als auch äußerer Ursachen, wie die natürliche ionisierende Hintergrundstrahlung. Schützende Enzyme wie Hyperoxid Dismutase und Katalase, die von Natur aus in Zellen und Gewebe vorkommen, können die Wirkung derartiger oxidativer Beschädigungen mindern. Diese sind normale zelluläre Bestandteile und ihr Vorkommen variiert sowohl zwischen als auch innerhalb von Personen. Es gibt eine Denkschule die besagt, dass sich solche Prozesse im Gleichschritt mit den immer vorhandenen schädigenden Wirkungen freier Radikale entwickeln, um die Lebewesen und ihre Art zu schützen.

Es ist völlig unklar, inwieweit die Blutspiegel der, an diesen schützenden Stoffwechselmechanismen beteiligten Einflussgrößen und Enzyme ein Maß für die Langzeitwirkung schwacher künstlicher Strahlung, ionisierend als auch nicht ionisierend, bilden können.

Referenzen:
Edwards AA, Lindholm C, Darroudi F, Stephan G, Roman H, Barquinero J, Barrios L, Caballin MR, Roy L, Whitehouse CA, Tawn EJ, Moquet J, Lloyd DC and Voisin P (2005). Review of translocations detected by FISH for retrospective biological dosimetry applications. Radiat. Prot. Dosim,113, 396-402.

Emri G, Wenczl E, van Erp P, Jans J, Roza L, Horkay I and Schothorst AA (2000). Low doses of UVB and UVA induce chromosomal aberrations in cultured human skin cells. J. Invest. Dermatol, 115, 435-40.

Hone P, Edwards A, Halls J, Cox R and Lloyd D (2003). Possible associations between ELF electromagnetic fields, DNA damage response processes and childhood leukaemia. Br. J. Cancer, 88,1939-41.

Testa A, Ranaldi R, Carpineto L, Pacchierotti F, Trindelli D, Fabiani L, Giuliani AR, Ursu M, Rossini A, Materozzo F, Petyx M and Leoni V (2002). Cytogenetic biomonitoring of workers from laboratories of clinical analyses occupationally exposed to chemicals. Mutat. Res, 26, 73-82.

Vijayalaxmi and Obe G (2004). Controversial cytogenetic observations in mammalian somatic cells exposed to radiofrequency radiation. Radiat. Res, 162, 481-96.

Voisin P, Roy L and Benderitter M (2004). Why can't we find a better biological indicator of dose? Radiat. Prot. Dosim, 112, 465-69.



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