Schüler können aus Sicherheitsgründen ein Handy mitführen 20.04.2004
Das generelle Handy-Verbot an der Volksschule Altusried im Allgäu wird aufgehoben. Die Änderung der Schulordnung, die nach den Osterferien in Kraft getreten war, könne in dieser Form keinen Bestand haben, sagte heute ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums. Der Altusrieder Rektor Helmut Sommer will das Schulgelände jetzt auf anderem Wege als "handyfreie Zone" ausweisen.
Das in Bayern einmalige Verbot war im März auf Initiative eines Lehrers erlassen worden, der sich durch die Strahlung der Schüler-Handys gesundheitlich gefährdet fühlte. Das mit dem Elternbeirat abgestimmte Verbot sollte darüber hinaus die zunehmenden Störungen im Unterricht unterbinden, erklärte der Rektor. Das Verbot, Handys überhaupt dabei zu haben, begründete Sommer damit, dass Lehrer nicht detektivisch ermitteln könnten, wer sein Mobiltelefon ausgeschaltet habe und wer nicht.
Das Kultusministerium reagierte schon vor den Osterferien mit dem Hinweis, dass es den Kindern gerade in ländlichen Gegenden aus Sicherheitsgründen ermöglicht werden müsse, das Handy auf dem Schulweg mitzuführen. Deshalb gebe es an allen über 5 000 Schulen in Bayern nur die Anweisung, das Handy im Unterricht auszuschalten. "Wir gehen davon aus, dass die Schule in Altusried ihre Regelung ändert", sagte der Ministeriumssprecher.
Handy-Verbot in Volksschule
Altusried traut sich - Kultusministerium nicht begeistert
Altusried. (dpa) Nach den Osterferien gilt an der Volksschule in Altusried (Oberallgäu) ein generelles Handy-Verbot. Die Grund- und Hauptschüler dürfen nach Angaben des Schulrektors Helmut Sommer vom Donnerstag ein Mobiltelefon nicht einmal ausgeschaltet mit in die Klassenzimmer nehmen.
Das Kultusministerium ist mit dieser in Bayern einmaligen Regelung nicht einverstanden. Aus Sicherheitsgründen solle es den Kindern gestattet sein, Handys mitzuführen, wenn es ausgeschaltet ist, erklärte der Ministeriumssprecher. Die Altusrieder Schule will dennoch an dem grundsätzlichen Verbot festhalten, über das die Eltern in einem Rundbrief informiert wurden.
Ein Lehrer, der sich durch die Abstrahlung der Handys im Klassenzimmer gesundheitlich beeinträchtigt fühlt, hatte das Verbot verlangt. Einem entsprechenden Beschluss der Lehrerkonferenz, die damit auch Störungen im Unterricht abstellen wolle, habe der Elternbeirat ausdrücklich zugestimmt, so Sommer. Die Billigung von ausgeschalteten Handys könne praktisch kaum durchgesetzt werden. "Wer sein Handy dabei hat, schaltet es auch ein." Die Sicherheitsaspekte seien dabei wohl bedacht worden. Den Schülerinnen und Schülern stehe im Haus ein Münztelefon zur Verfügung. Zudem werde ihnen jederzeit erlaubt, vom Sekretariat aus dringende Gespräche zu führen.
Dem Kultusministerium zufolge ist die Schule in Altusried bisher die einzige in Bayern, die ein solch striktes Handy-Verbot erlassen hat. Aus Sicherheitsgründen halte es das Ministerium jedoch für sinnvoll, ausgeschaltete Handys zu gestatten. In vielen Situationen sei ein Mobiltelefonkontakt zwischen Kindern und Eltern wünschenswert. Deshalb habe das Ministerium die Schulleitung gebeten, das uneingeschränkte Verbot zu überdenken.